Ausgemusterte Fahrzeuge werden restauriert

In einer Halle in Michelfeld, die der Oldtimergruppe von einem Bauunternehmer überlassen worden ist, stehen ein Opel Blitz aus dem Jahr 1968 und ein Mercedes-Löschfahrzeug, Baujahr 1976. Immer wieder wird daran gearbeitet, schließlich sollen die alten Nutzfahrzeuge noch einige Jahre erleben und als Aushängeschild für die Feuerwehr Auerbach herhalten.

"Langweilig wird uns nicht"

Spontan kommen die Oldtimerfreunde zusammen. Manchmal wird auch "alarmiert", wenn es darum geht, einen konzentrierten Arbeitseinsatz an den Oldtimern vorzunehmen. Die brauchen Pflege und vor allem Originalersatzteile. Darunter geht es bei einem Oldtimerfreund nicht, wenn ein Fahrzeug restauriert werden soll, gibt es keine halben Sachen. "Langweilig wird uns auf jeden Fall nicht, das macht richtig Spaß und hat nichts mit Arbeit zu tun", sagt  Sebastian Friedl. Er ist als Kfz-Mechaniker genauso wie Sebastian Kraus der technische  Fachmann im Oldtimerteam.

Front- und Heckpumpe

Anstoß für die Schraubergemeinschaft war der Opel Blitz. 1968 ist er für die Feuerwehr Michelfeld angeschafft worden. Er ist mit einer Front- und einer Heckpumpe ausgestattet, wobei die voll funktionsfähige Heckpumpe ihre eigene Geschichte hat. Sie gehörte einst zur Ausstattung der Werksfeuerwehr der ehemaligen Firma Bulag und ist vier Jahre älter als sein Transportfahrzeug. 1991 hat die Feuerwehr Ranna den Opel Blitz bekommen bis er 2008 ausgemustert wurde. Jetzt kam der Auerbacher Stadtrat ins Spiel: "Was tun mit dem alten Auto?"

Ein "ehrwürdiges Fahrzeug"

Eigentlich, so Bürgermeister Joachim Neuß handelt es sich dabei ja um ein "ehrwürdiges Fahrzeug". Es für ein paar Euro zu verscherbeln, was sich nicht erheblich auf die Stadtkasse niedergeschlagen hätte, kam offenbar nicht in Frage. "Es ist uns leicht gefallen, zu entscheiden", das Fahrzeug zu behalten und zu erhalten. "Dann haben wir etwas Besonderes" so Neuß, auch im Hinblick auf das damalsnoch bevorstehende Stadtjubiläum. Der Opel wurde später an die Oldtimerfreunde übergeben, die sich ab 2013 an die Arbeit gemacht haben.

Kabelbaum war teilweise verschmort

"Wir haben fast ein ganzes Jahr gebraucht, bis der Opel restauriert war", sagt Thomas Kormann. Das Problem: Der Kabelbaum war teilweise verschmort und musste komplett ausgewechselt werden. Knifflig wurde es durch eine kaputte Kardanwelle, die dafür verantwortlich war, dass der Opel schon ab 60 Stundenkilometern gefährliche, äußerst unstabile Fahreigenschaften entwickelte, sprich: Das Auto war nicht mehr verkehrstauglich. Der Nachbau der Kardanwelle und deren Einbau  machte den Opel wieder  fahrbereit. Pünktlich zur 700-Jahr-Feier vor drei Jahren war er einsatzbereit für den Festzug. 

Einbau von Türknöpfen

Dann nahm sich die Oldtimergruppe den Mercedes vor, der im November 2016 außer Dienst gestellt und durch ein modernes Fahrzeug ausgetauscht wurde. Auch hier entschied sich die Stadtverwaltung, das Fahrzeug zu behalten und es zum rollenden Museum zu machen. Den Mercedes - das Löschgruppenfahrzeug LF 16 - gilt es jetzt in den Originalzustand zu versetzen, so wie er vor 40 Jahren ausgeliefert worden ist. Das fängt mit dem Einbau von Türknöpfen an, die irgendwann ausgetauscht wurden bis hin zum Rückbau von Gerätschaften, die im Laufe der Einsatzjahre eingebaut wurden und der Entfernung sämtlicher Roststellen. 

Alte Feuerwehrautos werden ausgestellt

Was tut die Oldtimergruppe dann, wenn auch dieses Fahrzeug wieder im Originalzustand da steht? "Wir werden sehen, was uns der Zufall bringt", sagt Kormann. Er sagt es zwar nicht direkt, aber eine alte Drehleiter, die das Oldtimerduo zum Trio macht, wäre schon was. Noch immer trauert Kormann der Magirus-Drehleiter nach, die bis 2001 im Einsatz war. Beinahe hätte er sie als Privatmann ersteigert. Er hat im Übrigen einen Mercedes G als Feuerwehreinsatzfahrzeug in seinem privaten Oldtimerstall. Der geht dann mit den anderen beiden auf "Einsatz" zu Oldtimertreffen von Blaulichtfahrzeugen. Im September nächsten Jahres  will man zusammen mit dem Motorsportclub (MSC) Auerbach ein solches Treffen in Auerbach organisieren. Der Place de Laneuveville soll dann für einen Tag zum Freiluftmuseum von alten Feuerwehrautos werden. Dann ist auch der Opel Blitz "runde" 50 Jahre alt.

Nicht bewertet

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