Aufstiegsheld verlässt Tigers

„Fedor hat um eine Vertragsauflösung gebeten“, sagt EHC-Teammanager Dietmar Habnitt. „Diesem Wunsch sind wir nachgekommen. Es bringt nichts, einen Spieler mit aller Macht halten zu wollen, wenn er mit dem Kopf bereits woanders ist.“

Habnitt vermutet, dass das bei Kolupaylo schon länger der Fall ist. Denn schon seit mehreren Wochen habe der junge Russe – er kam bislang in 23 Spielen auf fünf Treffer und zwölf Vorlagen – „durchwachsene Leistungen“ gezeigt: „Fedors sportliche Entwicklung hielt den Anforderungen an die zweithöchste Liga Deutschlands zuletzt nicht ganz stand.“

Der Stürmer konnte sich nicht in einem Block festspielen, rutschte teilweise sogar in die vierte Reihe und vernachlässigte auch immer wieder die Defensivarbeit. So wurde er nicht den Anforderungen gerecht, die die sportliche Leitung der Tigers an einen Kontingentspieler stellt.

20 Treffer in den Playoffs

In der zurückliegenden Saison war das noch völlig anders, da war Kolupaylo einer der großen Aufstiegshelden und wurde zum „Rookie des Jahres“ in der Oberliga gewählt. Gerade in den Playoffs hatte er mit seinen Offensivqualitäten entscheidenden Anteil am Aufstieg der Tigers. In 15 Spielen erzielte er 20 Treffer und bereitete 17 weitere vor.

Unvergessen wird seine Einzelaktion in der Verlängerung des vierten Playoff-Halbfinales gegen den EV Regensburg bleiben. Mit dem Treffer zum 4:3 in der 77. Minute sicherte er den 3:1-Seriensieg gegen die Oberpfälzer, den Finaleinzug sowie den sportlichen Aufstieg und löste im Bayreuther Stadion einen Jubelsturm aus.

Unruhe im Sommer

Doch bereits im Sommer darauf sorgte Kolupaylo für wesentlich negativere Schlagzeilen. Der Kontakt der sportlichen Leitung zum Russen war abgebrochen, trotz eines gültigen Vertrages machten Gerüchte über einen Wechsel des Spielers nach Russland die Runde. Die Macher des EHC waren selbst etwas überrascht, als Kolupaylo dann am 1. August beim Trainingsauftakt des EHC dabei war und erklärte, dass er seinen Vertrag erfüllen wolle.

Den Traum von einem Engagement bei einem russischen Spitzenteam hat Kolupaylo aber wohl nie aufgegeben. Nun will er den Sprung zurück in sein Heimatland wagen. Habnitt deutete an, dass der Traditionsverein ZSKA Moskau (32-facher sowjetischer und zweifacher russischer Meister) neuer Arbeitgeber Kolupaylos werden könnte.

Dort wäre der 20-Jährige wegen seines Alters in drei Mannschaften spielberechtigt. Würde er den Schritt in die erste oder zweite Liga nicht schaffen, könnte er sich in der Nachwuchsliga für höhere Aufgaben empfehlen.

Auf der Suche nach neuem Kontingentspieler

„Ich werde beobachten, wo Fedors Weg hinführt“, sagt Habnitt. Seine ersten Blicke wird der Teammanager allerdings auf den Transfermarkt richten. Schließlich haben die Bayreuther nun eine offene Kontingentspielerstelle.

„Klar wollen wir einen neuen Spieler verpflichten, aber einen Schnellschuss wird es nicht geben“, erklärt Habnitt. Der Neuzugang müsse auch zum EHC Bayreuth und dessen Spielweise passen. So halten die Tigers Ausschau nach einem Stürmer, der Qualitäten im Überzahlspiel und in der Rückwärtsbewegung hat. Das Transferfenster in der DEL2 ist bis zum 31. Januar geöffnet.

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