Auf die Prävention kommt es an

Nach Zahlen des Polizeipräsidiums Oberpfalz starb im Jahr 2012 im Landkreis Amberg-Sulzbach eine Person aufgrund von Drogenmissbrauch. 2014 und 2015 waren es je drei Menschen.

Das müsse allerdings laut Polizei nicht bedeuten, dass die Verstorbenen auch tatsächlich aus dem Landkreis stammten. Denn aufgenommen in die Statistik wird der Sterbeort. Doch die Statistik hält auch erfreuliche Zahlen bereit: 2013 und 2016 gab es keine Drogentoten im Kreis.

Angehörige wenden sich an die Gesundheitsämter

Um möglichst viele Menschen vom Drogenkonsum abzuhalten beziehungsweise abzubringen, setzt das Gesundheitsamt auf Prävention. Irene Hug arbeitet dort als Sozialpädagogin und ist mit dem Thema betraut. Grundsätzlich sei es eher unwahrscheinlich, dass Konsumenten illegaler Drogen Suchtberatung von Behörden erhoffen. „Hilfesuchende aus diesen Kreisen wenden sich wohl eher an die freien Träger, auch über Landkreisgrenzen hinweg“, sagt Hug. Zum Gesundheitsamt kämen eher Angehörige von Drogenkonsumenten, manchmal auch deren Arbeitgeber.

Greift die Polizei Drogenkonsumenten zum ersten Mal auf, bekommen diese in der Regel die Möglichkeit, dass das Verfahren gegen sie eingestellt wird. Bedingung dafür ist allerdings, dass sie an einer Frühintervention namens FreDFreD-Kurs beim Gesundheitsamt teilnehmen. Das Gruppenprogramm umfasst acht Stunden. Die Teilnehmer sind laut Hug meistens 17 oder 18 Jahre alt und wegen des Konsums von Cannabis auffällig geworden. „Manchmal haben wir im Kurs auch schon 15-Jährige dabei gehabt, die zum Beispiel Kräutermischungen im Internet bestellt haben“, sagt Hug.

Schulen ein wichtiger Partner

Doch nicht nur die Durchführung dieser Kurse gehört zu Hugs Arbeitsbereich. Sie berät – ihr steht eine weitere Sozialpädagogin zur Seite – Multiplikatoren, wie Fachkräfte der Jugendsozialarbeit in Schulen, Lehrer und Jugendleiter bei der Durchführung von Projekten zur Drogenprävention. Schulen seien für das Gesundheitsamt ein wichtiger Partner bei der Suchtprävention gehe.

Genauso wie Dr. Klaus von Stetten, Leiter des Gesundheitsamtes Bayreuth betont Irene Hug, wie wichtig eine konstante Aufklärungsarbeit ist: „Suchtprävention ist keine einmalige Aufklärungsveranstaltung, sondern eine langfristige Aufgabe, bei der es darum geht, die Schutzfaktoren für Abhängigkeitserkrankungen bei den jungen Menschen zu stärken. Ein gutes Selbstwertgefühl, Beziehungs- und Konfliktfähigkeit sowie die Fähigkeit zu genießen stellen solche Schutzfaktoren dar“, sagt Hug.

Ihr Chef, Dr. Roland Brey, der Leiter des Gesundheitsamtes Amberg-Sulzbach, fügt hinzu: „Klar ist, dass wir keine ,Insel‘ sind und sowohl legale als auch illegale Drogen auch in unserer Region konsumiert werden.“

Nicht bewertet

Anzeige

Kommentar schreiben

Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden oder Registrieren.