Auerbacher vor einer Pflichtaufgabe

Neben dem 37-jährigen ehemaligen Bundesliga- und slowenischen Nationalspieler Bostjan Hribar haben sich die Unterfranken kurz vor der Winterpause auch noch von den erst im Sommer 2015 verpflichteten Neuzugängen Marco Sokicic (25) und Rok Setnikar (24) getrennt. Auch wenn beide nach Ansicht der Verantwortlichen in der laufenden Saison nicht immer die erhoffte Durchschlagskraft entwickelten, so zählten sie doch zu den erfolgreicheren Torschützen im Team. Gerade der slowenische Rechtsaußen Setnikar, der in seinem letzten Spiel für Rödelsee 13 Treffer erzielte und mit dieser Galavorstellung den Grundstein zum Sieg gegen den TV Kirchzell legte, belegte mit 71 Treffern in der internen Torschützenliste Platz zwei hinter Bostjan Hribar (84 Tore).

Dass man sich mit dem Abgang der drei Akteure von etwa der Hälfte seiner bisher erzielten Tore verabschiedet hat, ist der Vereinsführung bewusst und hat vielmehr die Vernunft walten lassen. Auch wenn sich der TSV durch den dritten Saisonsieg eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt erspielt hat, so stellte man mit den jüngsten Personalentscheidungen finanziell die Weichen für die Bayernliga. In der Rückrunde sollen nun vor allem junge, eigene Spieler die Möglichkeit erhalten, ihr Können unter Beweis zu stellen.

Neben diesen jungen Kräften kann Trainer Radovan Suchy (38) aber auch noch auf einige altbewährte erfahrene Akteure zurückgreifen. Vor allem Spielmacher Andreas Paul, Linksaußen Julius Weinhardt aber auch Dennis Orf auf der linken Rückraumseite können durch ihre mehrjährige Drittligaerfahrung das junge Team leiten. Daneben ist auch die Kreisposition mit Maximilian Häckner und dem auch abwehrstarken Bastian Demel bestens besetzt. Sollten alle Stricke reißen, stellt sich auch der Trainer selbst noch am Kreis zur Verfügung.

„Auch wenn für Rödelsee das Ziel, auch in der vierten Saison in Folge die Klasse zu halten, aktuell in weiter Ferne scheint, darf man sie keinesfalls unterschätzen“, warnte Auerbachs Spielertrainer Tobias Wannenmacher sein Team. „Wir haben nicht erst in den letzten Spielen erlebt, dass sie gegen uns immer volle Pulle gehen und das Letzte aus sich herausholen. Zudem sind sie durch die Umstellungen im Team viel schwerer auszurechnen.“ Ein weiterer Aspekt ist für ihn nicht zu unterschätzen. „Ausgerechnet gegen gleich starke oder gar vermeintlich schwächere Gegner haben wir uns schon häufig schwer getan. Außerdem hatten wir in den letzten Jahren immer um den Jahreswechsel ein Tief zu überwinden.“

Dass es sich um ein ungeliebtes Sonntagsspiel handelt, spielt dagegen für ihn kaum eine Rolle, und auch dass die Partie auswärts stattfindet, ist für ihn eher nachrangig. „Vier unserer nächsten fünf Partien sind zwar in fremden Hallen, aber wir haben auch auswärts schon gezeigt, dass wir uns durchsetzen können.“ Zuletzt gelang dies beim vorweihnachtlichen Rückrundenauftakt in Bad Neustadt, wo man nach starker Leistung zwei nicht unbedingt erwartete Punkte im Kampf um den Klassenerhalt ergatterte. Gerade dieser Sieg macht zwar Hoffnung, stellt das Team jedoch durchaus auch unter Zugzwang. Mit einem Sieg in Rödelsee hätte die Wannenmacher-Sieben erstmals ein ausgeglichenes Punktekonto (17:17), würde den Abstand zu den Abstiegsrängen halten. Alle Spieler sind einsatzfähig, ob aber Matthias Schnödt nach seiner langen Verletzung schon wieder auflaufen kann, will Wannenmacher vor Ort entscheiden.

Nicht bewertet

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