Auerbacher Kampfkraft reicht nicht aus

„Wir hatten uns eigentlich etwas anderes vorgenommen“, machte Auerbachs Spielertrainer Tobias Wannenmacher nach der Partie keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. „Nicht dass wir so vermessen wären, uns hier einen Sieg auszurechnen, aber wir wollten uns doch anders präsentieren und etwas erfrischender spielen.“

Dabei hatte es zunächst ganz gut begonnen. Die Dresdner Führung glichen die Oberpfälzer immer wieder aus, und in der achten Minute ging der Gast durch Philipp Schöttner sogar selbst in Front (4:3/8.). Es ging hin und her, bis Rene Boese in der 15. Minute seine Farben erstmals mit zwei Toren nach vorne brachte (8:6). Auerbach reagierte etwas nervös, beging leichte technische Fehler und vergab weiterhin beste Chancen. Zudem verletzte sich Lars Goebel leicht und musste seinen Platz zwischen den Pfosten räumen. Die Spieler des HC Elbflorenz nutzten ihre individuellen Fähigkeiten und ihre Erfahrung sowie die Nervosität des Gegners und bauten die Führung auf 10:6 und 12:7 aus. Dabei kamen sie mehrmals über die linke Angriffsseite zum Erfolg. Noch gaben sich die Gäste jedoch nicht geschlagen, zeigten sich aggressiver in der Abwehr und konzentrierter im Angriff und konnten sich, vor allem durch sicher verwandelte Strafwürfe von Maximilian Lux, bis zur Pause wieder auf zwei Tore (14:12) herankämpfen.

Durchgang zwei begann abermals mit ineffektiven Angriffsbemühungen der Oberpfälzer und zwei schnellen Gegentoren der Hausherren. Ein Viertoreabstand (16:12) war bereits nach vier Minuten wieder hergestellt. Wieder gab es längere Phasen, in denen keine Tore erzielt wurden. Hätten die Auerbacher das Spiel hier breiter gemacht und ihre oft freien Außen häufiger eingesetzt (allen voran Kenny Schramm), wer weiß, wie das Spiel verlaufen wäre. So zog man immer wieder nach innen, übersah dabei jedoch ein ums andere Mal den Kreisläufer und lief sich in der gegnerischen Abwehr fest.

Beim 16:18 war noch etwas möglich

Dass es den Auerbachern dennoch gelang, den Rückstand bis zur 42. Minute wieder zu verkürzen (18:16), zeigt, dass an diesem Tag durchaus mehr drin gewesen wäre. Doch es kam genau anders herum. Dresden nutzte die Fehler der Gäste, erhöhte bis zur 45. Minute wieder auf vier Tore (20:16) und fast fünf Minuten später auf 21:16. Dann gab es eine Zeitstrafe und einen Strafwurf gegen Dresden, doch der ansonsten sichere Lux vergab diese Chance. Als Dresden mit einem glücklichen Treffer, bei dem der eigentlich gehaltene Ball von Andreas Bayerschmidts Bein ins Tor sprang, auch noch das 22:16 erzielte, gingen die Köpfe der Gäste endgültig nach unten.

„Wir haben uns in den letzten zehn Minuten nicht mehr wirklich gewehrt“, kritisierte Wannenmacher. Dresden spielte den Rest der Partie routiniert herunter und gewann letztlich auch in der Höhe verdient mit 26:18. „Uns hat heute über weite Strecken die letzte Einstellung beim Torwurf gefehlt. Gegen einen solchen Gegner kann man nur mit Einstellung und Kampf bestehen. Leider hat unsere Kampfkraft nicht ausgereicht“, so der Trainer weiter. „Man darf jedoch nicht vergessen, dass wir gegen einen der Meisterschaftsfavoriten gespielt haben.“

Nicht bewertet

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