Auerbacher Heimfinale gegen Talentschmiede

Der „Dorfverein“ – Kirchzell hat etwas weniger als 2 300 Einwohner – schafft es immer wieder, bundesligataugliche Spieler auszubilden. Beste Beispiele sind die Nationalspieler Heiko Grimm und Bernd Roos. Aber auch Akteure wie Carsten Lichtlein, Andreas Kunz, Patrick Schmidt oder Andreas Wolff schnürten einst ihre Schuhe für die Odenwälder.

Im Vorjahr reichte es für den TV noch zu Platz fünf, doch heuer läuft es für das Team um den Ur-Kirchzeller und Langzeit-Trainer Gottfried Kunz (59) nicht wie erhofft – obwohl man lediglich drei Abgänge verkraften musste. Mit Rechtsaußen Felix Mann und Torhüter Tobias Jörg von den Junioren des TV Großwallstadt sowie mit den beiden A-Jugendlichen Max Gläser und Lukas Häufglöckner, die an das Drittliga-Niveau herangeführt werden sollen, wurde versucht, die Lücken bestmöglich zu kompensieren.

Loch im Rückraum

Das vermeintlich größte Loch im Rückraum hinterließ jedoch Linkshänder Philipp Baier, der wegen eines Auslandssemesters die gesamte Hinrunde fehlen wird. Hier sprangen bisher sehr erfolgreich der 20-jährige Lucas Bauer, der auf Rechtsaußen bzw. im rechten Rückraum insgesamt 50 Treffer erzielen konnte, und Mario Stark (23/56 Tore) ein. Der allerdings fällt krankheitsbedingt für unbestimmte Zeit aus.

Aktivposten am Kreis ist der torgefährliche Philipp Klimmer (22). Der 1,89 Meter große und 100 Kilogramm schwere Spieler setzt nicht nur im Angriff Akzente, sondern weiß auch im Abwehrverbund ordentlich zuzugreifen. Links außen verschafft sich André Göpfert (26) immer wieder Platz und hat bisher ebenfalls 47 Treffer beigetragen.

Dreh- und Angelpunkt ist jedoch Mittelmann Andreas Kunz. Der 33-Jährige hat in seiner erfolgreichen Karriere ebenso EHF-Pokal-Erfahrungen mit dem TV Großwallstadt gesammelt, wie auch 30 Einsätze mit der Junioren-Nationalmannschaft absolviert. Er zeichnet sich vor allem durch seine Spielmacherqualitäten wie durch seine Sicherheit beim Strafwurf aus und hat in den bisherigen Spielen insgesamt 74/46 Tore erzielt.

Starkes Quintett

Diese fünf Akteure erzielten somit über 81 Prozent aller 333 Kirchzeller Tore. Die Stärken der Odenwälder liegen dabei eher in der Defensive. Lediglich beim rekordverdächtigen 43:26 in Halle zeigten sich die Kirchzeller in bester Torlaune. Am vergangenen Wochenende in Leipzig erwies sich die Offensive des TV dann jedoch einmal mehr als zu wenig durchschlagskräftig: Man erzielte in der ersten Hälfte lediglich vier Tore und unterlag am Ende klar mit 14:29.

Der SV 08 Auerbach erwartet somit ein Team, das mit dem Rücken zur Wand steht, ergebnistechnisch wie personell angeschlagen ist und mit unbändigem Siegeswillen antreten wird. „Wir haben letzten Samstag schon gesagt, dass wir mit einer Leistung wie gegen Baunatal auch gegen Kirchzell wenig Chancen haben werden“, stellte Spielertrainer Tobias Wannenmacher klar.

„Außerdem wollen wir uns mit einem positiven Eindruck von unserem Publikum in die anstehende, lange Zeit ohne Heimspiel verabschieden.“ Erst am 30. Januar spielt der SV 08 wieder daheim: Gegen Favorit TV Hüttenberg.

Nicht bewertet

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