Auerbacher siegen knapp gegen Gelnhausen

„Ich denke, wir haben ein typisches ,Unentschieden-Spiel’ gesehen“, sagte Gelnhausens Trainer Andreas Halman und traf damit durchaus den Kern des Spielverlaufs, denn die Partie war sehr ausgeglichen verlaufen. Bei häufig wechselnder Führung wurde nur ein einziges Mal ein Abstand von mehr als zwei Toren notiert. Auf diesen 6:9-Rückstand (17.) antworteten die Auerbacher aber sofort mit einem 4:0-Lauf zum 10:9.

Die Gastgeber hatten das Problem, dass mit Andreas Wolf und Philipp Schöttner zwei Stammkräfte stark angeschlagen waren und noch zwei Tage zuvor die Aussicht auf ihren Einsatz eher skeptisch beurteilt hatten. „Ich kann zwar kaum mehr laufen, aber der Sieg macht Vieles wett“, sagte Wolf kurz nach dem Spiel. Unter diesen Vorzeichen sah es nicht gut aus für die Blau-Weißen, als sie nach der ausgeglichenen Anfangsphase in Rückstand gerieten. Ihre Abwehr wirkte nicht ganz so stabil wie zuletzt und hatte vor allem Schwierigkeiten mit dem Linkshänder Fabian Eurich, und auch die Torhüter hatten zunächst nicht ihren besten Tag. Auf der anderen Seite scheiterten die einheimischen Werfer oft an Gästeschlussmann Julian Lahme. Fast nur die Siebenmeter von Maximilian Lux wahrten zunächst den Anschluss.

Spätestens nach der starken Phase zum 10:9 und einer Siebenmeter-Parade von Andreas Bayerschmidt gegen Eurich waren aber auch die Auerbacher Anhänger richtig im Spiel und quittierten praktisch jede Spielsituation – positiv oder negativ – lautstark und emotional. Anlässe gab es reichlich für jede Reaktion, denn auf beiden Seiten wechselten sich sehenswerte Aktionen auch mit Fehlern und einfachen Kontertoren ab.

Mitte der zweiten Hälfte gerieten die Auerbacher nach einigen vergebenen Chancen beim 23:25 wieder einmal mit zwei Toren in Rückstand, doch Lux glich mit einem Strafwurf und einem seiner beiden Feldtore wiederum schnell aus. Das folgende Gegentor beantwortete Ralph Weiss mit dem Treffer des Tages, als er in größter Bedrängnis auf Zuspiel von Tobias Wannenmacher vom Kreis aus Torwart Lahme mit einem Heber überwand. Die Halle stand Kopf, und danach hielt vor allem Felix Müller die Stimmung hoch. Mit glänzender Trefferquote warf er mal von halblinks, mal von halbrechts und dann auch mal von der Linksaußenposition. „Wir haben den Müller zwar kurz in Manndeckung genommen, aber ich weiß nicht, warum meine Mannschaft das so schnell wieder gelassen hat“, sagte Gästetrainer Halman. Der in den letzten Spielen nicht immer ganz so erfolgreiche Matchwinner selbst war einfach nur glücklich: „Ich hatte in Hüttenberg gesagt, dass es hoffentlich auch wieder bessere Tage geben wird.“

Müller erzielte auch den Treffer zum 32:31, aber die verbleibende Spielminute war dann noch einmal reichlich turbulent: offene Manndeckung, beidseitige Auszeiten, eine Strafzeit gegen Philipp Schöttner, angezeigtes Zeitspiel und eine letztlich den Sieg rettende Parade von Andreas Bayerschmidt trieben die Spannung auf die Spitze. „Ich weiß nicht, warum wir heute gewonnen haben, warum überhaupt jemand dieses Spiel hat gewinnen müssen“, sagte der Auerbacher Spielertrainer Tobias Wannenmacher. „Der einzige minimale Vorteil meiner Jungs könnten die zwei Jahre in der 3. Liga sein, die sie dem TV Gelnhausen voraus haben.“

SV 08 Auerbach: Bayerschmidt, Goebel – Tannenberger (2), Weiss (1), Lux (9/7), Wannenmacher, Herold, Büttner, Schramm (2), Müller (9), Wolf (6), Schöttner (3).

Nicht bewertet

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