Auerbacher Gegner braucht jeden Punkt

Der Verein aus dem etwa 2300 Einwohner zählenden Markt im Odenwald hat eine große Handball-Tradition. Neben vielen Jahren in der Regionalliga bzw. späteren 3. Liga hat er auch einige Spielzeiten in der 2. Bundesliga verbracht (2000 bis 2003 und 2006/07). Obwohl Kirchzell geografisch in Bayern liegt, ist der Verein dem Handballkreis Odenwald-Spessart zugeordnet und spielt daher im hessischen Handballverband.

Heimatverein der Europameister-Torhüter

Aufgrund einer sehr guten Jugendarbeit gelingt es dem „Dorfverein“ immer wieder, bundesligataugliche Spieler auszubilden. Bekannteste Beispiele sind die Nationalspieler Heiko Grimm, Bernd Roos, Andreas Kunz und Patrick Schmidt sowie allen voran die Europameister-Torhüter Carsten Lichtlein und Andreas Wolff.

Seine eigene Identität sieht der Verein derzeit in der 3. Liga am besten gewahrt und versucht daher, diese Klasse zu halten. In den vergangenen Spielzeiten war dieses Ziel meist sehr früh erreicht, in den letzten beiden Jahren belegten die Odenwälder jeweils sogar Plätze im oberen Drittel der Tabelle. Doch obwohl das Team um Langzeit-Trainer Gottfried Kunz (59) nur wenig verändert in die neue Saison starten konnte, lief es lange Zeit nicht wie erhofft. Zum einen sollten einige junge Neuzugänge an das Drittliga-Niveau herangeführt werden, zum anderen musste das Team in der ersten Hälfte der Runde auf Linkshänder Philipp Baier wegen eines Auslandssemesters verzichten. Mit Lucas Bauer sprang auf der rechten Seite ein junger Akteur nicht nur ein, sondern entwickelte sich mit inzwischen 105/5 Treffern zu einem der erfolgreichsten Torschützen des TV.

Spielmacher mit internationaler Erfahrung

Lediglich der im linken Rückraum agierende Philipp Klimmer (22 Jahre; 107 Tore) und Mittelmann Andreas Kunz (33) haben bisher mehr Tore erzielt. Kunz als Dreh- und Angelpunkt sowie verlängerter Arm seines Vaters und Trainers auf dem Feld hat in seiner Karriere internationale Erfahrungen mit dem TV Großwallstadt im EHF-Pokal gesammelt und 30 Einsätze mit der Junioren-Nationalmannschaft absolviert. Vor allem seine Spielmacherqualitäten wie seine Sicherheit beim Strafwurf machen ihn zum wertvollsten Spieler der Unterfranken. Mit 174/97 Treffern führt er auch mit weitem Vorsprung die interne Torschützenliste an.

Hinspielsieg sagt nicht mehr viel aus

Inzwischen hat der TV Kirchzell nach drei Siegen in Halle, gegen Baunatal und zuletzt in Leipzig die Abstiegsplätze verlassen und kletterte etwas aus der direkten Gefahrenzone heraus. Ein Grund dürfte auch die etwas entspanntere Personalsituation sein. Konnten im Hinspiel nur neun Feldspieler in Auerbach antreten, so steht nun wieder ein weitgehend kompletter Kader zur Verfügung. Der damalige 27:18-Sieg des SV 08 sagt also nicht sehr viel aus. „Mit einer Leistung wie in Baunatal werden wir auch in Kirchzell nichts holen“, mahnt folglich der Auerbacher Spielertrainer Tobias Wannenmacher. „Auch wenn es sehr schwer fällt: Wir müssen unsere Spannung bis zum Ende so halten, dass wir noch zwei gute Ergebnisse für Auerbach erzielen.“

Nicht bewertet

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