Auerbach: Polizei zieht Bilanz

Großartige Veränderungen im Vergleich zu 2014 hat es nicht gegeben. Mit 587 Straftaten verzeichnete man 31 weniger als noch im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt bei 66,6 Prozent, die der von 2014 (66,7 Prozent) im Prinzip gleichkommt. Es hat eine Straftat gegen das Leben gegeben. Plößner meint damit einen Fall, als ein 17-jähriger kosovarischer Asylberwerber in Freihung auf einen 19-jährigen Landsmann mit dem Messer einstach. Der Täter hat eine mehrjährige Haftstrafe zu erwarten. Das Urteil ist bereits gesprochen, aber noch nicht rechtskräftig.

Pornografische Schriften

Die PI Auerbach musste zehn Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung bearbeiten, worunter auch die Verbreitung pornografischer Schriften zählt. Viermal wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt. Alle vier Straftaten wurden aufgeklärt.

Schwere und gefährliche Körperverletzungen geschahen 15-Mal. „Hier war immer Alkohol mit im Spiel“, sagt Plößner Die Körperverletzungen gehören zu den Rohheitsdelikten, zu denen auch Raub, Bedrohung und Nötigung zählen.

Diebstahlsdelikte sinken

Diese 116 Straftaten konnten aber fast alle aufgeklärt werden. Beim einzigen Raubdelikt im Dezember vergangenen Jahres in Vilseck konnten die Täter noch nicht ermittelt werden. Die Diebstahlsdelikte sinken ständig. Auch 2015 sind sie um 25 gesunken. Von den 130 Fällen waren sieben Wohnungseinbrüche und 31 schwere Diebstähle. Angestiegen ist die Zahl der Fahrraddiebstähle auf 16.

Räder zurückgegeben

„In drei Fällen konnte das Rad dem Besitzer wieder zurückgegeben werden“, so Plößner. Das dürfte ziemlich viel Glück für die Besitzer bedeutet haben, denn in dieser Hinsicht tappt die Polizei oft im Dunkeln. „Wenn man ein Foto von seinem Fahrrad macht und die Nummer notiert oder gar einen Fahrradpass anfertigen lässt, würde uns das die Arbeit enorm erleichtern.“

Bei den Betrugsdelikten (58 Fälle) machen Urkundenfälschungen fast die Hälfte aus. Das geht von bewusst falsch angebrachten Autokennzeichen über gefälschte Lieferscheine oder Eintrittskarten bis hin zu falschen Bettelausweisen. Deutlich gestiegen ist auch die Computerkriminalität über das Internet: Gefälschte Angebote oder gesendete Warenkartons ohne Ware – bei Plößner ist alles schon zur Anzeige gekommen. Er appelliert für sicheres Einkaufen im Netz. „Es liegt oft an einem selber, wie man damit umgeht.“

101 Sachbeschädigungen

„Naturgemäß schlecht“ sei die Aufklärungsquote (18 Prozent) bei den 101 Sachbeschädigungen, bei denen man nach wie vor sehr stark von Hinweisen und Mithilfe von Bürgern angewiesen sei. Von den 40 Rauschgiftdelikten seien 39 aufgeklärt worden. An dieser Stelle weist Plößner auf die sogenannten Kräutermischungen hin. Viele seien sich immer noch nicht des bestehenden Risikos beim Konsum der Substanzen bewusst. Immerhin habe es dadurch in Bayern 23 Todesopfer gegeben, was einer Verdoppelung entspricht.Zu den 391 geklärten Straftaten wurden 339 Tatverdächtige ermittelt. Davon sind 261 männlich und 78 Prozent weiblich.

Zu den besonderen Fällen der Polizei Auerbach zählt Plößner neben dem Zugunglück in Freihung im November letzten Jahren mit zwei Toten und 23 Verletzten, dem Brand des Bauhofs in Vilseck auch der Fall des getöteten Kalbs in Welluck (wir berichteten). Die Ermittlungen dauern noch an. „Das hat uns lange und viel beschäftigt“, sagt Plößner.

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