Auerbach mobil: "Zu Fuß zur Schule"

Viele Eltern fahren ihre Kinder täglich zur Schule. Die scheinbar sichere und praktische Autofahrt birgt aber auch eine Vielzahl an Nachteilen, denn vor allem der Bring- und Holverkehr am Place de Laneuveville führt immer wieder zu gefährlichen Verkehrssituationen.

Spaß an der Bewegung

Deshalb nutzte die Dr.-Heinrich-Stromer-Grundschule den Aktionstag „Zu Fuß zur Schule“, um auszuprobieren, wie es auch ohne Auto klappt. Die vom Verkehrsclub Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk konzipierte Aktion soll den Kindern Spaß an der Bewegung vermitteln und gleichzeitig die Verkehrssicherheit trainieren.

Eine Lehrerin holte die Kinder gemeinsam mit deren Eltern und Großeltern an einem der acht Sammelpunkte in Auerbach ab. Von dort aus machten sich die Gruppen, optisch sichtbar durch einen zur Aktion passenden Luftballon, zu Fuß auf den Weg zum Marktplatz, wo sie von Bürgermeister Joachim Neuß empfangen wurden.

Mit der Aktion überzeugen

Rektorin Gabriele Appl verfolgt mit der Kampagne einen nachhaltigen Plan: „Wir wollen nicht, dass das eine Eintagsfliege ist. Auch in Zukunft sollten Eltern, wann immer es geht, auf dem Weg zur Schule auf’s Auto verzichtet. Deshalb versuchen wir auch die eingeladenen Eltern über die Schüler zu erreichen. Wir versuchen die Eltern nicht zu überreden, sondern mit der Aktion zu überzeugen.“

Und viele der eingeladenen Eltern unterstützen die Idee des aktiven Schulwegs. „Ich finde den Tag super, weil es genug Mamas gibt, die sich’s erlauben könnten zu Fuß zu gehen. Bei dem Chaos, das wir täglich am Schwemmweiher haben, fände ich es sehr entlastend, wenn wir alle laufen würden“, sagt Nicole Schwabe, die ihre Tochter täglich zu Fuß zur Schule begleitet. Nursel Sezer, Mutter des neunjährigen Samed, hat ihren Sohn nur in der ersten Klasse auf dem Schulweg begleitet: „Heute fährt er allein und dieses Jahr ist die Fahrradprüfung. Durch das tägliche Fahrrad fahren kann er sich gleichzeitig auf die anstehende Prüfung vorbereiten.“

Großmutter sorgt sich

Auch Petra Sporrers Enkelin läuft täglich allein in die Schule. Dennoch sorgt sich die Großmutter zunehmend um ihre Sicherheit: „Da ist man vielleicht ein bisschen ängstlich, aber beim Zebrastreifen sollten eigentlich jeden Tag Schülerlotsen stehen und man sieht kaum noch welche. Das war früher anders.“ Die vermehrte Polizeipräsenz am Anfang des Schuljahrs befürwortet Sporrer, „aber jetzt nach zwei, drei Wochen sieht man auch keine mehr.“

Großer Gesundheitstag

Um die Nachhaltigkeit der Aktion zu sichern, erhielten alle Schüler eine Urkunde und ein Schulwegprotokoll, in dem die Kinder in der kommenden Woche Schuhe ausmalen müssen, wenn sie an dem Tag zur Schule gelaufen sind.

Unter dem Jahres-Motto „Hauptsache: gesund“ findet am Ende des Schuljahrs noch mal ein großer Gesundheitstag statt, an dem geprüft wird, wie viele Schuhe jedes Kind, ausgenommen der über 100 Buskinder, ausgemalt hat.

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