Asylbewerber aus Iran wird Bademeister

33 Grad im Schatten, die Sonne brennt vom Himmel. Davood Homayuni postiert sich im Schatten, unter dem Springerbrett. Er hat eine verspiegelte Sonnenbrille auf und lässt seinen Blick unaufhörlich über das Becken schweifen. „Nicht machen“, sagt er zu zwei Jungs, die sich gegenseitig untertauchen und erklärt, dass das gefährlich werden kann.

„Ich kann noch nicht so gut Deutsch, aber ich versuche immer deutsch zu reden“, sagt der neue Bademeister. Manchmal behilft sich Davood Homayuni mit ein paar englischen Worten. „Aber ich werde weiter lernen, so dass ich immer besser sprechen kann“, verspricht er.

Zwanzig Monate in Deutschland

Der Iraner ist seit zwanzig Monaten in Deutschland. Er war in Nürnberg, Mainleus, lebt schon seit geraumer Zeit in Thurnau. Im Töpferort hat er Freunde gefunden. Und die haben ihm letztlich auch zur Anstellung im Freibad verholfen. „Ich war Bademeister, musste aber natürlich die Zertifikate vorlegen“, erklärt Davood Homayuni.

Das Rettungsschwimmabzeichen hat er noch einmal in Deutschland abgelegt. Tauchen, Springen, Rettungsschwimmen – all die Anforderungen waren für ihn kein Problem. Sportlich macht er allen was vor, ist sich das gesamte Aufsichtsteam im Freibad einig.

„Wir haben durch Zufall erfahren, dass Davood Homayuni Rettungsschwimmer beim Militär war. Er musste natürlich erst ein bisschen Deutsch lernen, um sich auch verständlich machen zu können. Aber wir haben die Qualifikationen angefordert und fachlich ist er sehr gut“, lobt der Bürgermeister Martin Bernreuther.

Häufige Wechsel vorher

In den zurückliegenden Jahren hat es immer wieder Wechsel beim Aufsichtspersonal gegeben. Jetzt hofft Bernreuther, mit Homayuni einen zuverlässigen Mann, der auch langfristig bleiben wird, gefunden zu haben. „Wir haben Bedarf, auch wegen der veränderten Arbeitszeitregelungen. Vor 15 oder 20 Jahren sind die Bademeister einfach an heißen Tagen gekommen, jetzt gilt es, Zeiten und Pausen einzuhalten. Wir brauchen Leute, die von 8 Uhr bis 20 Uhr da sind. Wir müssen mit mehreren Schichten arbeiten“, erklärt Bernreuther das Prozedere.

„Die Tätigkeit ist gar nicht so anders als im Iran, aber es gibt natürlich auch Unterschiede“, sagt Homayuni nach seinen ersten Tagen. So ist es in Teheran bis heute undenkbar, dass Männer und Frauen gemeinsam in ein Bad gehen. „Im Iran ist es so, dass die Frauen vormittags und mittags baden gehen können, die Männer können nachmittags und abends gehen“, erklärt Homayuni. „Manche Dinge sind im Iran strenger.

Freundlicher Mann am Beckenrand

Man darf beispielsweise gar nicht ins Wasser springen, das ist in Teheran nicht erlaubt, in Deutschland schon“, sagt Homayuni. Bei seiner Tätigkeit in Teheran war er nur für die Männer zuständig, in Deutschland wacht er über alle: über Männer und über Frauen. „Aber das ist kein Problem für mich“, sagt der Iraner und betont, dass er die speziellen Regeln des Landes achtet und respektiert.

In die Freibadtechnik wird der neue Bademeister gerade eingearbeitet. Auch in Teheran musste Homayuni alle technischen Einrichtungen betreuen. „Man legt sehr viel Wert auf Sauberkeit“, erzählt der Iraner. Davood Homayuni hat eine Aufenthaltsgenehmigung für die nächsten drei Jahre. „Mein Vertrag als Bademeister läuft zwar nur bis September, aber ich hoffe, dass ich dann auch einen Job für den Winter finden kann“, sagt der Iraner und betont, dass er in Thurnau viele freundliche Menschen getroffen hat, die ihm geholfen haben, sich zu integrieren. „Ich möchte den Kontakt zu Deutschen, denn nur so kann ich mein Deutsch verbessern“, erklärt Homayuni. Die Badegästen haben den freundliche Iraner akzeptiert.

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Kommentare

>>> So ist es in Teheran bis heute undenkbar, dass Männer und Frauen gemeinsam in ein Bad gehen (und auch in weiterer Zukunft!!!) <<<

Diese Trennung der Geschlechter gab es in der Schah-Zeit nicht.
Erst die Verantwortlichen des Gottesstaates führten diese Neuerung ein.
Wobei die Verantwortlichen nur das ausführen,
was Allah über seinen Gesandten und dessen edlen Gefährden herab gesandt hat.

Die Trennung erfolgte also durch religiöse Gesetzgebung.

Hier wäre deshalb die Gretchenfrage angesagt:
Nun sag (Herr Davood Homayuni), wie hast du's mit der Religion?

Spielt das eine Rolle welche Reliegion der Mann hat?...
Reliegion? Was soll das bitte sein??
Ich will jetzt wirklich nicht den Teufel an die Wand malen, aber diese rühr­se­ligen "Homestorys" von vorbildlich integrierten Neubürgern können – einige Zeit später – dann auch mal richtig in die Hose gehen. So geschehen in folgendem Fall:

"Syrischer Friseur findet Anstellung in Herzberg
Saloninhaberin Ilona Fugmann ist von seinen Fähigkeiten begeistert"
(Quelle: lr-online.de, 31. August 2016)

"Syrischer Friseur schneidet Chefin in den Hals
Verdächtiger festgenommen / Haftrichter entscheidet heute
Eine Bluttat hat am Mittwoch in Herzberg (Elbe-Elster) für Entsetzen gesorgt. Eine Friseurin wurde von ihrem syrischen Angestellten attackiert und schwer verletzt."
(Quelle: lr-online.de, 29. Juni 2017)

Einer der großen (libanesisch-)deutschen Kritiker des Islams und der Migration von Menschen aus diesem Kulturkreis nach Europa, Imad Karim, schreibt auf seiner Facebook-Seite pointiert dazu: "Irren ist deutschlich!"
Danke für diesen großartigen Kommentar!!
Wie steht weiter geschrieben: "Ein anderer Syrer (22) ging dazwischen... ."
Wenn schon, dann bitte alle Fakten auf den Tisch bringen und nicht nur die, die einen in den Kram passen.
Wenn wir DIE nicht da hätten, dann bräuchten WIR auch keinen Syrer der dazwischen geht..

WIR sollten wieder viel mehr das Demonstrativpronomen "DIE" verwenden
um die Sachlage klarer herauszuarbeiten...

@ nightwing: "Wenn schon, dann bitte alle Fakten auf den Tisch bringen und nicht nur die, die einen in den Kram passen." - Wie bitte!? Ich bin doch nicht die Kurier-Redaktion! ;-P Spaß beiseite ...

Sie haben natürlich recht: Das Aufwiegen von "Einzelfällen" gegeneinander bzw. das Relativieren von Problemfällen mit Nicht-Problemfällen hat eine lange Tradition in unserer Gesellschaft!

In London ist ein Hochhaus abgefackelt! Okay, aber man sollte auch in die unzähligen Hochhäuser erwähnen, die immer noch unversehrt in die Wolken ragen! Die darf man nicht einfach unterschlagen!

Ein Flugzeug ist abgestürzt!? Na und!? Wie viele Flugzeuge an jenem Tag sind NICHT abgestürzt? Eben, 99,9999999% aller Flugzeuge, die an jenem Tag in der Luft waren! Man darf dieses eine Flugzeug nun bloß nicht instrumentalisieren!
@HerwardRagnar
Wenn der Angreifer aber ein "Deutscher" gewesen wäre, wäre man froh, wenn dann einer von DENEN dagewesen wäre.
Ramadan 2017 hat am 24 Juni geendet.
Von Allah (Alles Lob gebührt dem Herrn der Welten) gibt es dazu klare Anweisungen:

Sure 9, Vers 5: „Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener,“ … …

Sure 47, Vers 4: „Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ein Gemetzel angerichtet ist, dann schnüret die Bande!“

@ nightwing: "Fakten nicht auf den Tisch bringen" ist es, wenn Sie von einem ominösen "Angreifer" ohne konkreten Hintergrund reden! Das ist nämlich nicht der Fall!
Bei dem Täter handelt es sich um jemanden, dessen Existenz in einem anderen Land angeblich zerstört wurde und der nun unendlich dankbar sein müsste, dass ihm andere Menschen hier in Deutschland eine neue Chance geben wollten, ein lebenswertes Leben zu führen! Besonderer Dank sollte dabei an die Frau gehen, die dem Täter ganz explizit diese Chance in Form eines Arbeitsverhältnisses ermöglicht hat – seine Chefin – das schwer verletzte Opfer!
>>> Wenn der Angreifer aber ein "Deutscher" gewesen wäre <<<

Ich habe nun fast drei Tage gesucht, gesucht und gesucht…

Hat es in den letzten Jahren oder Jahrzehnten
einen „Rasiermesserangriff“ eines DEUTSCHEN Friseurgehilfen oder einer DEUTSCHEN Friseurgehilfin auf ihre jeweiligen Chefs oder ihre Chefinen gegeben?

Ich habe nichts gefunden,

nur einen S Y R IS C H E N…

Alle Fakten lassen sich bei diesem syrischen Rasiermesserangriff
wegen des Umfangs der Einzelaspekte (in diesem Forum)
gar nicht „auf den Tisch“ bringen.

Jedoch,
dieser von der „Lausitzer Rundschau“ in drei Berichten gut geschildeter „Rasiermesserfall“,
zeigt, wie allzu gutmenschliches Verhalten,
gespickt mit „unendlicher Güte und Großherzigkeit" (Ehemann),
bitter enttäuscht, im Schlimmsten Fall mit dem Leben bezahlt werden muss.

Die Frage lautet: Ist es das wert?

@marcharettla:
Wenn in einem brennenden Gebäude mindestens 80 Menschen ihr Leben verlieren, sollte man sich überlegen, wie man's schreibt.
Wäre einer Ihrer Angehörigen darunter gewesen, hätten Sie dann auch von "abgefackelt" geschrieben?
Sie haben aber schon verstanden, dass der von Ihnen angeprangerte Beitrag purer Sarkasmus war und man in solchen Fällen entsprechend formulieren darf (wenn nicht sogar muss), oder?
Dieser Iraner gehört zu den wenigen die sich vorbildlich in unserer Gesellschaft integrieren, wie dies überhaupt bei Menschen aus dem Iran viel besser funktioniert als bei anderen Nationalitäten. Diess kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen und solche Neubürger sind für mich auch herzlich willkommen . Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass der größte Teil der meist illegalen Armutszuwanderer dauerhaft unsere Sozialsysteme massiv belasten und unsere Gesellschaft immer mehr spalten werden!
Ist es nicht auch unsere Sache, wie wir diese Flüchtlinge fördern und fordern? Sind wir nicht auch "Herr" im Hause, der anweist, was zu tun ist? Vielleicht lassen wir uns auch zu sehr von der Bürokratie und so machen Vorschriften ablenken.
Na ja, @marcharettla, wenn Sie's unbedingt mit Tucholsky halten müssen.
Urwart....wir haben niemanden eingeladen, deshalb haben wir in keinster Weise eine Pflicht diese Menschen zu integrieren, sondern all die , die wirklich auf eigenen Füssen bei uns leben wollen haben sich zu 100% anzupassen, nur so gelingt Integration! Dieser Iraner einer der wenigen hat es offensichtlich verstanden! Wie gesagt der größere Teil wird dauerhaft nur unsere Gesellschaft schädigen!