Altstädter selbstbewusst nach Illertissen

Von den mittlerweile neun Niederlagen am Stück will Stadler nichts mehr wissen. „Ich denke, der ganze Auftritt in München war positiv. Wir haben über weite Strecken die Ordnung gehalten. Auch nach dem Rückstand war die Mannschaft bereit, den Kampf anzunehmen.“ Der am Ende allerdings nicht belohnt wurde.

Jedem im Altstädter Lager ist bewusst, dass den historischen neun Nullnummern am Stück endlich wieder ein Eintrag auf dem Habenkonto folgen muss, um nicht noch weiter durchgereicht zu werden. Der erste Abstiegsplatz, auf dem momentan der FC Memmingen steht, ist nur noch drei Zähler entfernt.

„Wir fahren in der jetzigen Situation sicherlich als Außenseiter hin, aber wir können und müssen Punkte holen“, sagt Stadler, der den Auftritt in München als Maßstab nimmt. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft gut ist und Qualität mitbringt. Wir können positiv nach vorne blicken.“ Sicherlich gebe es noch einige Stellschrauben, an denen er in den nächsten Tagen und Wochen drehen müsse. „Aber wir waren schon auf die Sechziger gut vorbereitet. Und über Illertissen habe ich mich durch Videoaufzeichnungen informieren können.“

"Illertissen hat viel Qualität in der Offensive"

Und welche Erkenntnisse ergaben die Studien? „Illertissen ist sicherlich eine der Top-Mannschaften mit viel Qualität in der Offensive“, sagt der 44-Jährige. Alexander Nollenberger, der mit zehn Treffern auf Rang drei der Torschützenliste steht, und Daniel Lang (7) erzielten weit über die Hälfte der insgesamt 29 Saisontore der Allgäuer.

Worauf Stadler in den vergangenen Tagen besonders Wert gelegt haben dürfte, ist das Verhalten bei Standardsituationen. Die meisten der bislang 38 Altstädter Gegentreffer – nur Schlusslicht FC Unterföhring hat mit deren 47 mehr hinnehmen müssen – fielen aus Ecken oder Freistößen. Auch beim jüngsten 0:3 bei den Löwen machten die Bayreuther da keine Ausnahme. Einen Vorteil gebe es für Stadler in der Partie im Vöhlin-Stadion. „Die Mannschaft hört mich von außen, was in München nicht der Fall war. Dort wäre es schon dringend notwendig gewesen.“

Beste Stimmung bei den Allgäuern

Beim Tabellenfünften herrscht derzeit beste Stimmung: Schließlich ist die Mannschaft von Ilija Aracic nun schon seit sieben Partien ungeschlagen und sie hat sich vorgenommen, diese Serie gegen die Altstädter auszubauen. Schließlich stehe ja auch noch eine Rechnung aus der Vorrunde offen, erinnert sich der Illertisser Übungsleiter an das 0:2, bei dem die Bayreuther Neuzugänge Ivan Knezevic (33.) und Patrick Hobsch (47.) trafen: „Bei uns lief da einiges schief, das gilt es gutzumachen. Die Voraussetzungen morgen sind ganz anders. Wir hatten zuletzt einen guten Lauf, dürfen aber nicht nachlassen.“

Darum fordert der 46-Jährige auch, das Treffen positiv, aber keinesfalls überheblich anzugehen. „Natürlich haben die Bayreuther Probleme. Aber sie haben jetzt in Christian Stadler einen neuen Trainer und sind fußballerisch weit besser, als es ihre Negativserie vermuten lässt. Wir wollen aber die Rückrunde mit einem Erfolgserlebnis beginnen, um Schwung für das anstehende Derby gegen den FC Memmingen zu bekommen.“

Personell können die Illertisser aus dem Vollen schöpfen. Mittelfeldspieler Moritz Nebel steht wieder zur Disposition, für Verteidiger Sebastian Enderle kommt ein Einsatz noch etwas früh, definitiv nicht dabei sind Torwart Janik Schilder, der im Hinspiel zwischen den Pfosten stand, und Mittelfeldspieler Furkan Akaydin.

Auf Bayreuther Seite steht der gleiche Kader wie beim Gastspiel in der Landeshauptstadt zur Verfügung. Nach wie vor fallen Anton Makarenko (Aufbautraining), Julian Kolbeck (Mittelfußbruch) und Jonas Hempfling (Kreuzband- und Meniskusriss) aus.

Aufgebote

FV Illertissen: Kielkopf – Strahler, Rupp, Hahn, Weiss, Pangallo, M. Strobel, Lang, Allgaier, Krug, Nollenberger, Riederle, Leyla, P. Strobel, Rodrigues, Jann, Nebel.

SpVgg Bayreuth: Skowronek, Veigl – Golla, Weber, Dengler, Held – Fuhrmann, Schmitt – Weimar, Böhnlein, Wolf – Knezevic; Bruno, Hobsch, Michaelis, Schneider, Ulbricht, Renger, Beszczynski.

SR: Matthias Zacher (Nußdorf).

Nicht bewertet

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