Altstädter schocken Titelfavoriten

Als die Schweinfurter in der 75. Minute nach einer der an den Fingern einer Hand abzuzählenden Unaufmerksamkeiten der SpVgg-Deckung den überraschenden Ausgleich durch den eingewechselten Florian Pieper markierten (75.).

„Aber dann hat auch die mentale Leistung meiner Mannschaft gestimmt, als sie dann gleich die erneute Führung nachgeschoben hat“, sagt Reinhardt. Kapitän Kristian Böhnlein schickte 180 Sekunden nach dem 1:1 den starken Chris Wolf auf die Reise. Der hatte auf der rechten Angriffseite alle Zeit der Welt zur Flanke auf den in der 56. Minute für Darius Held gekommenen Patrick Hobsch, dessen Kopfball unhaltbar für Torwart Alexander Eiban zur Vorentscheidung in den Maschen der Unterfranken landete. Die zeigten nach diesem Wirkungstreffer Auflösungserscheinungen, die Ivan Knezevic nach einem weiteren Konter über Daniele Bruno und Hobsch zum 3:1-Endstand nutzte und damit seine starke Vorstellung krönte.

Den Altstädtern war von Anfang an deutlich anzumerken, dass sie auf Wiedergutmachung für die peinliche Pleite in Seligenporten aus waren, waren lauffreudig und eng am Mann. Sie hätten sich schon früh belohnen können, als Knezevic zu einem Solo im Schweinfurter Strafraum ansetzte und auf den mitgelaufenen Held zurück passte. Der 18-Jährige war aber zu überrascht und wurde im letzten Moment geblockt (3.). Die Altstädter blieben gegen den ein Stück weit zu passiven Favoriten am Drücker. Nach neun Minuten war es soweit: Einmal mehr versuchte es die Reinhardt-Elf über die linke Angriffsseite. Der Ex-Schweinfurter Johannes Golla zeigte Durchsetzungsvermögen, schüttelte FC-Verteidiger Philip Messingschlager ab und bediente punktgenau Böhnlein, der Eiban beim Führungstreffer keine Chance ließ.

SpVgg-Abwehr auf dem Posten

In der Folgezeit verstärkten die Schnüdel zwar ihre Angriffsbemühungen, doch ließ sich die Bayreuther Abwehr nicht überraschen. Bezeichnend, dass SpVgg-Torwart Jonas Hempfling erst in Minute 26 ernsthaft geprüft wurde, als er einen Flachschuss des aufgerückten Herbert Paul meisterte. In der 39. Minute stand den Altstädtern allerdings auch ein wenig das Glück zur Seite, als wiederum Paul aus zehn Metern über den Kasten zielte.

Dazwischen freilich hätten die Platzherren mit ihren gelegentlichen Kontern bereits eine Vorentscheidung herbei führen können. In der 28. Minute bediente Knezevic seinen Teamkollegen Wolf, der aber frei stehend vor Eiban den Ball nicht richtig traf. Und in der 37. Minute war der Schweinfurter Innenverteidiger Patrick Wolf im Strafraum Endstation für den über das halbe Feld gelaufenen Knezevic.

Altstädter geben kräftig Gas

Auch nach der Pause vermisste man bei den Unterfranken die Spritzigkeit, die Passgenauigkeit und auch die zündenden Ideen gegen nach wie vor giftige Gastgeber, die keinen Ball verloren gaben und dabei kräftig auf das Gaspedal drückten. Echte Gelegenheiten ergaben sich aber erst nach der Einwechslung von Hobsch, mit dem Reinhardt noch einmal das Angriffsspiel belebte. Der Ex-Seligenportener hätte sich gleich richtig einführen können: Doch unterlief ihm nach einem von Wolf initiierten Konter über Knezevic ein Offensivfoul (63.). Einen Vorwurf müssen sich die Altstädter aber dennoch gefallen lassen: Sie versäumten es gegen die keineswegs wie eine Übermannschaft auftretenden Unterfranken, den Sack endgültig zuzumachen. Doch blieb dies, nicht zuletzt auch dank der guten Moral im Team, unbestraft. Schweinfurts Coach Gerd Klaus gab die Niederlage seines Teams unumwunden zu. „Heute war hier nichts zu gewinnen“, gestand der 46-Jährige.

Statistik

SpVgg Bayreuth: Hempfling – Dengler, Kolbeck, Weber, Renger – Held (56. Hobsch), Böhnlein (87. Bruno), Schmitt, C. Wolf, Golla – Knezevic (90. Ulbricht).

FC Schweinfurt 05: Eiban – Messingschlager (30. Weiß), Strohmaier, P. Wolf, Paul – Fery, Kracun – Willsch (72. Fritscher), Jelisic (67. Pieper), Krautschneider – Jabiri.

SR: Ostheimer (Sulzberg); Zuschauer: 1726; Ecken: 3:4.

Tore: 1:0 Böhnlein (9.), 1:1 Pieper (75.), 2:1 Hobsch (78.), 3:1 Knezevic (88.).

Gelbe Karten: C. Wolf, Golla / Jelisic, Strohmaier, P. Wolf, Pieper.

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