Altstädter Premiere gegen VfB Eichstätt

Bayreuths Trainer Marc Reinhardt weiß natürlich um die scheinbare Favoritenrolle seines Teams, der 31-Jährige weiß aber auch, dass es von der Ausrichtung eine ganz andere Partie werden wird als am vergangenen Wochenende gegen den FC Schweinfurt 05, als man selbst den Part des Außenseiters versah – und 3:1 gewann.

„Für uns wird es aufgrund der englischen Woche natürlich eine große Herausforderung. Eichstätt hatte am vergangenen Wochenende spielfrei und konnte sich im Pokal gegen einen Bezirksligisten ein wenig schonen“, sagt Reinhardt. 8:1 gewannen die Altmühltaler beim TSV Weißenburg, wobei sich Kapitän Fabian Eberle gleich dreimal in die Torschützenliste eintrug und ein noch deutlicherer Erfolg im Bereich des Möglichen lag.

Den Altstädtern ist klar, dass sie sich im Vergleich zum letztlich noch erfolgreich gestalteten Pokal-Gastspiel beim Bayernligisten DJK Ammerthal (5:4 nach Elfmeterschießen) steigern werden müssen. Reinhardt erwartet einen VfB, der erst einmal auf Abwehrarbeit setzen wird. „Und wir müssen Lösungen gegen einen defensiven Gegner finden.“ Was in Ammerthal trotz klarer Überlegenheit im zweiten Abschnitt kaum gelungen ist.

„Wir müssen von der ersten Minute an voll da sein.“ Denn eine solche Blamage wie das peinliche 0:2 beim Schlusslicht Seligenporten soll nicht noch einmal passieren. Gleichwohl ist dem Bayreuther Übungsleiterteam mit Reinhardt, Florian Wurster und Torwarttrainer Mario Schupfner bewusst, dass es keine leichte Aufgabe werden wird. „Eichstätt war letztes Jahr mit 73 Punkten souveräner Meister, die Mannschaft ist im Großen und Ganzen auch zusammen geblieben“, weiß Reinhardt.

Tabellenplatz täuscht über wahre Stärke hinweg

Und der Verlauf der bisherigen Partien unterstreicht, dass der derzeitige Tabellenplatz des Aufsteigers ein wenig über seine wahre Spielstärke hinwegtäuscht. Abgesehen von der 1:4-Niederlage in Schweinfurt am zweiten Spieltag war das Team von Trainer Markus Mattes seinen Gegnern in allen anderen Partien mindestens ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen.

Die Gründe, warum derzeit nur fünf und nicht die durchaus mögliche, doppelte Anzahl von Punkten auf dem Konto steht, sind fast immer in den letzten Spielminuten zu suchen. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison, dass entscheidende Gegentreffer vor allem kurz vor dem Schlusspfiff fallen. Beim Auftaktspiel gegen den Mitaufsteiger FC Unterföhring gelang den Münchner Vorstädtern der 2:2-Ausgleich in der 79. Minute, der entscheidende Treffer zum 1:2 bei der zweiten Garnitur des 1. FC Nürnberg fiel in der 89. Minute. Das 3:3 im Heimspiel gegen den FC Pipinsried musste der VfB in der 93. Minute hinnehmen, und zuletzt gab es ebenfalls im heimischen Stadion ein 2:3 gegen den FC Bayern II in der 90. Minute.

„Das ist auch für die Mannschaft langsam nicht mehr nachvollziehbar“, fürchtete VfB-Abteilungsleiter Hans Benz danach um die Moral der Truppe: „Die haben so viel Energie investiert und wieder kurz vor dem Ende die Punkte verloren.“

Für den Auftritt beim VfB Eichstätt steht Trainer Reinhardt nahezu die „volle Kapelle“ zur Verfügung. Zu Anton Makarenko, dessen Gesundungsprozess sich wegen eines Ödems im Knie in die Länge zieht, gesellte sich am Mittwoch noch Torhüter-Neuzugang Alexander Skowronek. Der 19-Jährige, der von der zweiten Garnitur der SpVgg Greuther Fürth kam, vertrat sich vor dem Pokalspiel den Fuß und musste kurzfristig passen. Fraglich ist auch der Einsatz von Mittelfeldspieler Chris Wolf, der in Ammerthal einen Schlag aufs Knie erhielt und bereits nach 28 Minuten für Dominik Schmitt Platz machte. Eventuell steht Angreifer Patrick Weimar nach seinem Rippenbruch wieder zur Disposition.

Aufgebote

VfB Eichstätt: Herter, Bauer – Eberwein, Panknin, Schraufstetter, Eberle, Graßl, Scintu, Federl, Waffler, Schäll, Fries, Grau, Kraft, Witasek, Liebler, Kügel.

SpVgg Bayreuth: Hempfling, Veigl – Schneider, Dengler, Kolbeck, Held, Golla, Weber, Schmitt, Wolf (?), Renger, Böhnlein, Hobsch, Bruno, Knezevic, Kovac, Ulbricht, Weimar (?), Langlois.

SR: Luka Beretic (Friedberg).

Nicht bewertet

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Montag, 13. November 2017 - 11:06