Altstädter Gastspiel beim Angstgegner

Denn wenn man von einem Angstgegner sprechen kann, dann sind das die Seligenportener: In den letzten zwölf Vergleichen zwischen den Altstädtern und den Klosterern gingen die Bayreuther nur ein einziges Mal als Sieger hervor, und zwar in der vergangenen Spielzeit, als ein 3:1-Erfolg gelang. In der MAR-Arena traten die Altstädter in Bayern- und Regionalliga fünfmal an, dreimal kamen sie mit einem Remis, jeweils einmal mit einer 1:4- und 0:4-Schlappe heim.

Im Pokal gab es dort vor knapp zwei Jahren im September 2015 das größte Debakel, als die damals noch von Christoph Starke betreute SpVgg-Elf mit 0:5 im Achtelfinale krachend aus dem Wettbewerb flog. Torschütze zum 5:0 war der jetzt die Bayreuther Farben tragende Patrick Hobsch. Zwei Jahre zuvor mussten sich die Oberfranken zu Hause ebenfalls im Achtelfinale unglücklich mit 3:4 beugen, als den Klosterern – damals noch unter Trainer-Ikone Karsten Wettberg – in der Nachspielzeit das Siegtor gelang.

"Nicht das beste Pflaster für uns"

„Ja, in der Vergangenheit war Seligenporten nicht das beste Pflaster für uns gewesen, und auch die anderen Ergebnisse waren meist nicht dazu angetan, in Begeisterung auszubrechen“, sagt der Altstädter Coach Marc Reinhardt, „aber gerade das könnte eine zusätzliche Motivation für uns sein“. Mit dem letzten Auftritt in Unterföhring war der 31-Jährige zufrieden, auch wenn das 2:2 für ihn eine gefühlte Niederlage war. Fiel doch – wie berichtet – der Ausgleich der Platzherren in der dritten Nachspielminute.

„Wir haben gesehen, dass wir gegen Mannschaften, die uns das Spielen überlassen, ein wenig schwerer tun.“ In den ersten drei Partien gegen FV Illertissen, FC Ingolstadt II und beim VfR Garching wollten die Gegner mitspielen, erinnert sich der Übungsleiter: „Doch die Fürther und auch jetzt die Unterföhringer haben vermehrt auf die Defensive und auf Konter gesetzt. Und da haben wir uns schwer getan, die richtigen Lösungen zu finden.“

Reinhardt spionierte selbst

Und auch von den Klosterern ist nicht unbedingt zu erwarten, dass sie Hurra-Fußball spielen werden. Reinhardt konnte sich von den Qualitäten des Tabellenschlusslichts selbst überzeugen, war bei der knappen 0:1-Niederlage der Oberpfälzer gegen den TSV 1860 Rosenheim selbst vor Ort. „So schlecht haben sie nicht gespielt“, lobt Reinhardt, „und wir werden sie sicherlich nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schließlich stehen sie schon jetzt mit dem Rücken zur Wand“. Einziges Manko der Seligenportener war die Chancenverwertung, was Trainer Roger Prinzen im Anschluss an die Partie auch monierte: „Wir hatten insbesondere in der zweiten Halbzeit gute Torchancen, die wir aber alle leider nicht genutzt haben.“

Personell kann Reinhardt einmal mehr nahezu aus dem Vollen schöpfen. Nur Patrick Weimar (Rippenbruch) und Anton Makarenko (Ödem im Knie) stehen wie schon gegen Unterföhring nicht zur Verfügung. „Aber wir hoffen, dass wir beide bis zum Schweinfurt-Spiel am Samstag soweit hinbekommen, dass sie wieder im Kader stehen können“, setzt Reinhardt auf die medizinische Abteilung.

Apropos Schweinfurt: Mit einem Sieg, dem allerersten in Seligenporten, würden sich die Altstädter vor dem direkten Duell einen Punkt vor den Schnüdeln einreihen. „Diese Tatsache könnte noch ein paar Prozentpunkte mehr bei meinem Team heraus kitzeln“, sagt Reinhardt.

Nicht bewertet

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