Altstädter auf den Boden zurück geholt

Wie wäre die Partie wohl ausgegangen, hätte der Ball Sekunden vor der Pause nach einem Kopfball des Ex-Fürthers Julian Kolbeck den Weg ins Tor der Mittelfranken gefunden. So wurde das Spielgerät noch irgendwie aus der Gefahrenzone bugsiert und der Torschrei erstarb dem Altstädter Anhang auf den Lippen. Da hätte man sich technische Hilfsmittel gewünscht…

Der Auftakt war recht viel versprechend: Beim ersten und lange Zeit einzigen konstruktiven Angriff gegen eine zu diesem Zeitpunkt noch unsortiert wirkende Kleeblatt-Abwehr lupfte Kristian Böhnlein das Spielgerät auf Patrick Hobsch, der auf Anton Makarenko ablegte. Allerdings bekam der 29-Jährige zu wenig Druck hinter den Ball, so dass Torwart Marius Funk nur wenig Mühe hatte (3.). Doch auch die Mittelfranken profitierten von anfänglichen Schwächen der Platzherren, die viel Glück hatten, als Christian Derflinger nach einer Hereingabe alleine am Torraum über das SpVgg-Gehäuse zielte (8.). Und noch mehr lachte Fortuna den Altstädtern sechs Zeigerumdrehungen später, als ein von Torwart Jonas Hempfling falsch berechneter Schrägschuss von Alexandros Kartalis gerade noch von einem Verteidiger von der Linie geschlagen wurde.

Probleme im Spielaufbau

Die Altstädter hatten zusehends Probleme, gegen die ebenfalls mit einer Dreierkette agierenden Fürther zu ihrem gewohnten schnellen Umschaltspiel zu kommen. Zu ungenau waren die Aktionen, um die hoch stehende, kompromisslose und schlagsichere Gästedeckung aushebeln zu können. Geregelten Spielaufbau suchte man auf SpVgg-Seite vergebens, wohl auch deshalb, weil die Kreise der beiden Mittelfeldmotoren Makarenko und Kristian Böhnlein einerseits geschickt eingeengt wurden, ihnen andererseits aber auch ein wenig die Bindung fehlte. Freilich fiel auch den Fürthern recht wenig ein, so dass sich die Teams weitgehend neutralisierten.

Am Geschehen änderte sich auch nach dem Seitenwechsel wenig, beiderseits blieben viele Aktionen nur Stückwerk. Echte Gelegenheiten wurden immer seltener, dafür nahm die Fehlerquote immer mehr zu. Und mit fortlaufender Spielzeit wurde deutlich, dass die erste gravierende Fehlleistung wohl zur Entscheidung führen würde.

Tiefschlaf beim 0:1

Pech, dass diese ausgerechnet den Altstädtern unterlief: In der 79. Minute erlaubte sich die Bayreuther einen kurzzeitigen Tiefschlaf, nach einer langen Flanke stand Korbinian Burger am Torraumeck und sagte in Form eines Kopfballtreffers artig Danke für den ihm gewährten großzügigen Freiraum. In den folgenden Minuten gelang es der Reinhardt-Elf trotz großer Bemühungen nicht mehr, der Partie noch eine Wende zu geben. Zu sehr blieb man in den alten Mustern, zündende Ideen suchte man vergebens.

Statistik

SpVgg Bayreuth: Hempfling – Dengler, Kolbeck, Weber – Held (62. Weimar), Makarenko (71. Bruno), Böhnlein, Schmitt, Golla – Hobsch, Knezevic.

SpVgg Greuther Fürth II: Funk – Sollfrank, Burger, Sitter – Baldauf (66. Volz), Kartalis, Derflinger, Wiedmann, Raum (90. Tischler) – Ammari (88. Yüksel), Maderer.

SR: Riepl (Altenerding);

Zuschauer: 2078;

Ecken: 3:7.

Tor: 0:1 Burger (79.).

Gelbe Karten: Held, Böhnlein, Knezevic / Sollfrank, Raum.

Nicht bewertet

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