Alter Faschingsstreit schwelt weiter

Der Präsident der Hexen, Günther Seibel, hatte während der Gala ein paar Seitenhiebe verteilt, die "nicht glücklich" gewesen seien, sagt Vizepräsident Berthold Galonska.  "Äußerungen wie 'Wir haben kein Schiff', 'ich trage keine roten Schuhe' und 'wir haben keinen desinteressiert schauenden Elferrat' waren deplatziert und stellen auch nicht meine Meinung dar", sagt Gablonska. Auch Seibel selbst rudert zurück. "Ich hab' da ein paar Fehler gemacht. Ich habe Späße gemacht, die schlecht ankamen." Nichts davon sei böse gemeint gewesen.

Niemand bei der Gala

Aber dass von Schwarz-Weiß niemand zur Gala-Sitzung gekommen war, "das hat mich schon geärgert", sagt Seibel. Reinhold Glaser, zweiter Vorsitzender und Urgestein bei Schwarz-Weiß, nennt als Begründung das große Tanzturnier, das der Verein in der Oberfrankenhalle ausrichtete. "Wir haben so viel gearbeitet und waren alle eingespannt. Es war einfach nicht drin." Allerdings war Schwarz-Weiß-Präsident Reinhard Opel am Samstagabend mit zwei Gruppen in Bad Berneck. Und das ärgert Seibel ebenfalls. "Die Einladung haben wir angenommen, weil wir uns mit Bad Berneck sehr, sehr gut verstehen", sagt Opel. Außerdem habe der Verein von der Gala der Hexen zum Zeitpunkt der Zusage noch nichts gewusst.

Opel verzeiht Seibel nicht

Das ist aber nicht alles: Opel hat Seibel die Neugründung der Hexen nicht verziehen. "Es gab keine saubere Abspaltung. Da kann man nicht so tun, als wenn nichts gewesen wäre." Opel wirft Seibel vor, den neuen Verein aufgebaut zu haben, indem er Schwarz-Weiß einiges weggenommen habe: den Namen "Hexen" und die große Party auf dem Herzogkeller beispielsweise. Opel sagt, dass er gegen viele Mitglieder der Hexen nichts sagen könne: Für das Prinzenpaar und Vize-Präsident Gablonska findet er lobende Worte.

Offen und fröhlich feiern

Gablonska gefallen die Streitigkeiten nicht. Er sei der Überzeugung und der Meinung, dass missliebige Töne beim Thema Fasching nichts zu suchen haben. "Wir sind keine konkurrierenden Vereine", sagt Gablonska, "sondern wir machen alle in Bayreuth Fasching. Das ist eine Sache, in der man offen und fröhlich miteinander umgehen sollte."

Alle an einen Tisch

Der Kontakt zu den Mohrenwäschern und zu Rot-Weiß sei gut, betont Gablonska. Auch mit Schwarz-Weiß habe es eine Annäherung gegeben. "Außerdem haben wir Achtung vor der 58-jährigen Tradition von Schwarz-Weiß. Und die machen einen großartigen Fasching."  Auch Günther Seibel betont, sein Verhältnis zu den Mitgliedern von Schwarz-Weiß sei gut. Schließlich seien die "zu 99 Prozent" seine Freunde. Am liebsten wolle er alle vier Bayreuther Faschingsgesellschaften zum Reden an einen Tisch bringen. "Wir könnten vier tolle Veranstaltungen haben und vier volle Säle. Vielleicht schaffe ich das noch."

Unterstützung für Seibel aus dem Verein

Während der Gala-Sitzung war ein merkwürdiges Schweigen eingetreten, als Günther Seibel ankündigte, wiedergewählt werden zu wollen. Laut Berthold Galonska hatte das aber nichts mit mangelnder Unterstützung zu tun. "Die Gruppen waren da gerade komplett in der Umkleide." Die Stimmung im Verein sei nicht so, dass Günther Seibel nicht wieder zum Präsident gewählt werden würde", sagt Gablonska. Davon ist auch Günther Seibel selbst überzeugt: "Die Hexen stehen hinter mir, das weiß ich."

Die Abspaltung

Vor vier Jahren gründete sich der Verein "Bayreuther Hexen", entstanden aus einer Abspaltung der Faschingsgesellschaft Schwarz-Weiß Bayreuth. Zwischen Mitgliedern der Hexen, die eine Sparte des Vereins waren, und einem Trainer war es zu Differenzen gekommen. Daraufhin gab es im Verein die Forderung, einige Hexen aus dem Verein zu werfen - stattdessen verließ nicht nur die gesamte Gruppe, sondern auch eine Vielzahl weiterer Mitglieder die Faschingsgesellschaft, inklusive des damaligen Schwarz-Weiß-Präsidenten Günther Seibel. Seit der Gründung eines eigenen Vereins sind die Hexen zu einem sehr aktiven Verein angewachsen. Heute zählen sie 140 Mitglieder und 80 Aktive.

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Kommentare

Gablonska oder Galonska?
In der ganzen Geschichte gibt es viel zu viele Selbstdarsteller und beleidigte Leberwürste, ohne speziell jemanden beim Namen nennen zu wollen.