Zwei Verletzte bei Brand in Seniorenheim

Der Rettungsdienst brachte die 45-Jährige und den 50-Jährigen ins Krankenhaus. Auch der 87-jährige Bewohner, in dessen Zimmer im Erdgeschoss das Feuer ausgebrochen und dessen Zimmer weitgehend ausgebrannt ist, kam in die Klinik, vorsorglich, wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage mitteilt.

Im Video erklärt Einsatzleiter Dirk Hackenberg, was passiert ist:

 

Die automatische Brandemeldeanlage hatte das Feuer gegen 4.30 Uhr gemeldet. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand ein Zimmer in Vollbrand, Flammen schlugen aus dem Fenster. Die Feuerwehr löschte den Brand. Die Polizei evakuierte den betroffenenn Trakt des Gebäudes in der Prieserstraße und brachte die Bewohner in einen Aufenthaltsraum in einem anderen Teil des Hauses. 23 Bewohner mussten ihre Zimmer verlassen. Die meisten von ihnen konnten zwischenzeitlich zurück. Aufgrund der enormen Rußentwicklung können acht Bewohner derzeit nicht in ihre Zimmer zurückkehren.

Rund 100 Einsatzkräfte waren vor Ort. "Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde der Brand durch den Bewohner selbst verursacht", erläuterte Polizeisprecher Czech. Die genaue Ursache müsse durch die Brandfahnder der Kriminalpolizei noch geklärt werden. Der Schaden wird auf mindestens 50.000 Euro geschätzt.

Eine betagte Bewohnerin berichtete, sie sie zum Brandzeitpunkt von einer Schwester in ihrem Zimmer geweckt und dann mit anderen Bewohnern in die Cafeteria gebracht worden. "Die ganze Aktion verlief ganz ruhig", schilderte die Frau. In der Cafeteria hätten die Evakuierten Decken bekommen, ihnen sei Kuchen und ein Glas Wasser angeboten worden. Sie hätten sich rund zwei Stunden dort aufgehalten.

Brand-Ort war ein Pflegestation

Der Brand war im Südflügel des Seniorenstiftes in einem Zimmer im Erdgeschoss ausgebrochen. Die Terrasse war noch am Donnerstagvormittag großräumig mit Absperrband der Polizei gesichert worden. Die Terrassentüre fehlte komplett, die Fassade über der Türe war rauchgeschwärzt. Auf der Terrasse lag Brandschutt aus der Wohnung, darunter ein Schrank, ein Herd, der Kühlschrank. Ein Angehöriger einer Bewohnerin berichtete, das komplette Inventar sei zerstört  worden. Auch der Rollstuhl des 87-jährigen Bewohners sei ausgebrannt. Bei dem zweistöckigen Trakt habe es sich um eine Pflegestation gehandelt.

Selig geschlafen

"Ich habe von dem Brand nichts mitbekommen, habe selig geschlafen." Das sagte ein  Bewohner, der auf der anderen Seite des Heimes wohnt. Nachbarn erzählten, der Einsatz sei ohne lärmende Martinshörner vor sich gegangen. Ihnen seien nur die vielen Blaulichter aufgefallen, daraus hätten sie auf einen großen Einsatz geschlossen. "Ich bin froh, dass nichts Schlimmeres geschehen ist", zeigte sich eine Nachbarin erleichtert.

"Gott sei Dank gab es keinen Personenschaden", war die erste Reaktion des  Bayreuther Diakonie-Geschäftsführers Franz Sedlak, der für das Heim verantwortlich ist. Die Beschäftigten hätten sich nach dem Brand mit Bravour um die Bewohner gekümmert, seien hochprofessionell mit der Situation umgegangen, "alles ist ruhig und mit Bedacht abgelaufen." Auch die Rettungskräfte hätten die Situation mit hoher Professionalität gemeistert. Wie Sedlak sagte, gibt es in dem Heim aus Sicherheitsgründen ein Verbot für Kerzen, Feuerzeuge, Streichhölzer und offenes Feuer.       

Das Seniorenheim wurde 1992 eröffnet. Es hat 108 Wohn- und Pflegeplätze sowie 18 Plätze für beschützende Pflege. Träger ist der Jean-Paul-Verein Bayreuth, der dem Diakonischen Werk Bayern angeschlossen ist.

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