Altbürgermeister Rudi Hofmann 80 Jahre alt

Rudi Hofmann war vor der Gebietsreform von 1969 bis 1978 Bürgermeister von Limmersdorf und von 1990 bis 2002 Erster Bürgermeister der Marktgemeinde Thurnau. Noch heute wird er von seinen Nachfolgern als Ratgeber und väterlicher Freund geschätzt. „Er ist menschlich, humorvoll und besitzt die Gabe, die Dinge nicht so ernst zu nehmen“, sagt Dietmar Hofmann beim Geburtstagsempfang über seinen Vorgänger. Rudi Hofmann, gebürtiger Limmersdorfer und mittlerweile in Berndorf lebend, sei „ein Vorbild, weil er es schafft, Entscheidungen in Harmonie herbeizuführen.“ Oder kurz gesagt: „Er ist einfach einer vom alten Schlag.“ Und er sei ein Stimmengarant gewesen, sagt Dietmar Hofmann: Erst 2011 sei Rudi Hofmann als SPD-Gemeinderat ausgeschieden.

Hilfsbereit, gewitzt und schlagfertig

Auch der amtierende Bürgermeister Martin Bernreuther bescheinigte dem 80-Jährigen eine Persönlichkeit zu sein, die Menschen vereine. „Er hat immer ein offenes Ohr und hilft einem weiter“, sagt Bernreuther. Viele seiner Entscheidungen seien weitsichtig gewesen. So hätten die Pläne für den Busbahnhof am Friedhof schon längst fertig in der Schublade gelegen. „Aber die Toiletten fehlen immer noch“, wirft Hofmann ein und hat die Lacher auf seiner Seite. Gewitzt, schlagfertig und pfiffig – so kennen und mögen ihn die Leute.

Einer, der was bewegen wollte

Denn der Altbürgermeister ist bekannt für seinen hintersinnigen Humor, für den ihn viele schätzen. Landrat Klaus Peter Söllner nennt ihn daher ganz fränkisch „einen alten Schlack“.  Was als Lob zu verstehen sei. Hofmann sei stets gerne bei den Menschen gewesen und habe für sie und mit ihnen gearbeitet. „Er war einer, der was bewegen wollte.“ Mit Begeisterung und der Fähigkeit, Brücken zu bauen. Bis zuletzt habe Hofmann einst versucht, die Eingemeindung Limmersdorfs zu verhindern- allerdings vergeblich.

Hofmann habe die Vereinigung der Landkreise Kulmbach und Stadtsteinach und die Fusion der Sparkassen Kulmbach und Kronach miterlebt, erinnert sich Söllner. Als Kreisrat – er gehörte dem Kreistag 36 Jahre lang an – und als Verwaltungsrat habe Hofmann Weitsicht bewiesen. Und gemeinsam mit dem Landrat habe er die Städtepartnerschaft mit Positano eingefädelt. „Du bist dem Himmel gerne nahe“, spielt Söllner auf Hofmanns Freude am Bergwandern an.

"Ich folge meinem Herzen"

Eine langjährige politische Freundschaft verbindet Hofmann mit der Landtagsabgeordneten und Vizepräsidentin Inge Aures. Sie gratuliert gleich dreifach: im Namen der Arbeiterwohlfahrt (Awo), der Baugenossenschaft Kulmbach und der Sozialdemokratischen Partei. Hofmann habe sich damals vehement dafür eingesetzt, dass die Awo ein Seniorenheim in Thurnau errichtet. In der Baugenossenschaft habe Hofmann im Aufsichtsrat gewirkt. „Er ist zuverlässig, macht aber trotzdem immer, was er will“, sagt Aures über den rüstigen Jubilar. Worauf Hofmann mit den Worten kontert: „Ich folge meinem Herzen.“ In Aures Augen ist Hofmann ein „kritisch-konstruktiver Geist mit Sinn fürs Praktische“. Was er anpacke, mache er mit Herzblut.

Viele Anekdoten hätten die alten Weggefährten wohl noch über Rudi Hofmann erzählen können. Kreisrat Veit Pöhlmann würdigte Hofmanns Verdienste als Limmersdorfer Bürgermeister. Er habe immer selbst mitangepackt und sein Leben in den Dienst des Gemeinwesens gestellt.  Für den Eintritt in die SPD habe der Vater gesorgt und anfangs die Beiträge gezahlt. Inzwischen sind es 63 Jahren, die er Sozialdemokrat ist.

Wandern und Ballonfahren

Hofmann ist sichtlich gerührt angesichts der freundlichen Lobesworte. „Ich bin froh, dass ich mit meinen 80 Jahren die meiste Zeit in Frieden und Freiheit verbringen durfte.“ Dennoch habe er Erinnerungen aus der frühen Kindheit an die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Doch er wolle lieber mit den Gratulanten feiern, lachen, plaudern und vielleicht auch singen. In seinem Leben habe er schon einige 3- und 4000er bestiegen. Darüber habe sogar ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung gestanden mit dem Titel „Zwei Franken auf der Hohen Geige“. Ein Erlebnis sei die Ballonfahrt in Alladorf gewesen, mit dem heute 102 Jahre alten Thomas Münch und dem Gastwirt Josef Lauterbach. „Das waren 225 Jahre Lebendgewicht.“

Geschichten und Geschichte festhalten

Seine zweite Frau Helga sagt, ihr Mann sei noch immer gerne unterwegs. „Er braucht immer was zu tun.“ Er helfe den Kindern oder arbeite im Garten und auf seiner Ranch. Tochter Cathrin verrät, ihr Vater schreibe auch Tagebuch. Bestimmt hat Rudi Hofmann so viel erlebt, dass seine Geschichten ein ganzes Buch füllen würden. Darin würde wohl die eine nicht fehlen: Die Begegnung mit dem tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel und Bundespräsident Richard Weizsäcker, die während der Bayreuther Festspiele im Jahr 1990 Thurnau spontan einen Besuch abstatteten.

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