Achtbares 3:6 der Tigers gegen Nürnberg

Der Klassenunterschied und die schon weiter fortgeschrittenen Saisonvorbereitungen der Nürnberger äußerten sich vor den 2223 Zuschauern hauptsächlich durch mehr Ordnung und Präzision sowohl im Spielaufbau, als auch beim Zusammenspiel in der Angriffszone. So spielte sich zunächst der deutlich größere Teil des Geschehens im Drittel der Bayreuther ab, aber mit effektiven Kontern waren die Gastgeber zeitweise fast ebenso gefährlich. Da ihre diesmal nur drei Sturmreihen (die Förderlizenzspieler Valentin Busch und Eugen Alanov trugen das Trikot ihres Stammvereins) zudem bei jeder Gelegenheit in der Nürnberger Zone energisch nachsetzten, gingen sie sogar in Führung: Ein Forechecking krönte Ziga Pesut im Nachschuss mit dem 1:0.

Erstes Gegentor in Überzahl

Etwas ärgerlich für die Gastgeber war die Tatsache, dass sie den Ausgleich ausgerechnet in einer der beiden einzigen Überzahlphasen des ganzen Spiels kassierten. Ein Fehler im Aufbau wurde sofort bestraft. Andererseits musste Torhüter Vosvrda so viele Nürnberger Möglichkeiten vereiteln (was er mit seiner Sicherheit oft leichter aussehen ließ als es war), dass auch das 1:2 gerechtfertigt war. Petr Pohl erzielte es mit einem ansatzlosen Schlagschuss von der blauen Linie.

Aus einem Weitschuss resultierte auch das 1:3, aber der nicht viel später folgende zweite Treffer der Gastgeber stabilisierte die Stimmung unter den Bayreuther Anhängern wieder auf hohem Niveau. Sebastian Busch schaltete dabei vor dem Tor schneller als einige Gegenspieler in seiner Nähe und verwertete einen Rückpass von Yannick Drews per Direktschuss. Zu dieser Zeit gelang es den Bayreuthern etwas häufiger, nachhaltigen Druck in der Angriffszone aufzubauen, aber diese Phase endete mit einer Strafzeit gegen Drews, die zum 2:4 führte (erneut per Weitschuss). Als die Gäste gut zweieinhalb Minuten später relativ locker den fünften Treffer nachlegten (der im Lauf frei gespielte Brandon Segal konnte noch Vosvrda umkurven), waren die letzten Zweifel am Favoritensieg ausgeräumt.

Am Ende noch etwas zuzulegen

Das schien ebenso auf nachlassende Kräfte der Gastgeber hinzudeuten, wie der Nürnberger Dauerdruck zu Beginn des letzten Drittels. Da waren die Bayreuther so mit dem Kampf um Entlastung beschäftigt, dass sie nur selten geordnete Eigeninitiative entwickeln konnten. Obwohl der Spielverlauf dann allmählich schon wieder etwas ausgeglichener wurde, passte auch noch das 2:6 in dieses Bild. NHL-Routinier Thomas Gilberg markierte es mit seinem zweiten Treffer zum Abschluss eines glänzenden Angriffs, ausgehend vom starken DEL-Topscorer Patrick Reimer. Umso bemerkenswerter war es, dass die Bayreuther am Ende noch etwas zulegen konnten. Nach ihrem dritten Tor, das Michal Bartosch mit verdecktem Schuss erzielte, nutzten sie die etwas nachlassende Konsequenz des Favoriten noch zu einigen Prüfungen für den eingewechselten Nürnberger Stammtorhüter Niklas Treutle.

Statistik

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Heider, Müller; Neher, Gerstung; Pavlu, Linden; Mayer – Barta, Stas, Pesut; Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch; Drews, S. Busch, Gläser; Voronov.

Nürnberg Ice Tigers: Jenike (29. Treutle) – Festerling, Aronson; Torp, Gilbert; Jurcina, Mebus – Reimer, Reinprecht, Ehliz; V. Busch, Pfleger, Pföderl; Pohl, Möchel, Alanov; Weber, Fox, Segal.

Strafminuten: Bayreuth 6, Nürnberg 4; Zuschauer: 2223.

Tore: 1:0 (3.) Pesut (Barta, Stas), 1:1 (11.) Segal (4 gegen 5), 1:2 (17.) Pohl (Torp), 1:3 (26.) Ehliz (Reinprecht, Reimer), 2:3 (29.) S. Busch (Drews, Voronov), 2:4 (32.) Gilbert (Pfleger, Fox – 5 gegen 4), 2:5 (35.) Segal (Fox), 2:6 (52.) Gilbert (Ehliz, Reimer), 3:6 (53.) Bartosch (S. Busch, Pavlu).

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Montag, 13. November 2017 - 11:06