A9: Neuer Parkplatz für 17 Millionen Euro

Thomas Pfeifer, Dienststellenleiter der Autobahndirektion Nordbayern in Bayreuth, weiß, wie es auf den Parkplätzen in der Region aussieht, wenn abends die Laster anrollen und die Fahrer ihre vorgeschriebenen Pausen machen wollen. Dann ist nicht nur in den Rastanlagen alles zugestellt, was geht. Die Fahrer stellen ihre Lastwagen teilweise auch in den Zufahrten ab. "Das ist nicht ganz ungefährlich", sagt Pfeifer und weist auf die Gefahr von Auffahrunfällen hin.

Problem spätestens seit Verkehrszählung 2008 bekannt

Deshalb will die Autobahndirektion schon lange die Zahl der Stellplätze entlang der A9 erhöhen. Der unbewirtschaftete Rastplatz auf beiden Seiten der Autobahn soll nordöstlich von Weiglathal im Lindenhardter Forst (gemeindefreies Gebiet) entstehen. Zu wenige Lkw-Stellplätze - das Problem ist seit Jahren bekannt.

In den Unterlagen auf der Internetseite der Autobahndirektion heißt es, dass es 2008 eine bundesweite Zählung abgestellter Laster gegeben habe. Ergebnis damals für den Abschnitt der A9 zwischen dem Dreieck Kulmbach und dem Autobahnkreuz Nürnberg: Auf den ausgewiesenen 352 Stellplätzen standen bis zu 597 Lastwagen.

Lastverkehr wird bis 2030 spürbar zunehmen

"Wir haben einen extrem hohen Bedarf an Lkw-Stellplätzen", sagt Pfeifer. Er verweist auf Studien, die davon ausgehen, dass der Lastverkehr auf der A9 bis zum Jahr 2030 spürbar zunehmen wird. "Deshalb sind wir sehr froh, dass wir nun einen geeigneten Ort gefunden haben." In beiden Fahrtrichtungen soll es zwischen 60 und 70 neue Parkplätze für Lastwagen geben. Pfeifer geht davon aus, dass die Not damit "deutlich gelindert" wird.

Es gebe allerdings "noch keine verlässlichen Angaben", wann es mit dem Bau losgehen kann. Die Regierung von Oberfranken als Herrin des Verfahrens sammelt die Einwendungen zum Planfeststellungsbeschluss. Erst wenn der kommt, "dann besteht für uns Baurecht", sagt Pfeifer. Die Bauzeit betrage dann ein Jahr. Geschätzte Kosten: 17 Millionen Euro.

Kaum Behinderungen für den Verkehr

Darin enthalten seien auch Lärmschutz- und Sichtschutzmaßnahmen für die umliegenden Orte. Verkehrsbehinderungen auf der Autobahn soll es durch die Baustelle keine geben, sagt Pfeifer. Für die Zeit, in der direkt am Standstreifen gebaut wird, müsse die Geschwindigkeit auf 80 Stundenkilometer begrenzt werden.

Die Suche nach einem geeigneten Ort für eine Rastanlage auf diesem Abschnitt der Autobahn reicht bis ins Jahr 1998 zurück. Schon im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der A9 war geplant, südlich von Weiglathal einen Parkplatz zu errichten. Das Vorhaben scheiterte am Widerstand der Anwohner aus den umliegenden Ortschaften. "Aufgrund des seitdem stark gestiegenen Verkehrsaufkommens auf der A9 besteht dringend Bedarf, die Rastanlagen mit ausreichend Parkraum für Lkw und Pkw auszustatten", schreibt die Autobahndirektion Nordbayern im Feststellungsentwurf.

Raum für weitere Parkplätze an der Autobahn gesucht

Dieser liegt noch bis zum 8. Februar beim Landratsamt Bayreuth öffentlich aus. Die Behörde teilt mit, dass Betroffene bis zwei Wochen nach diesem Datum schriftliche Einwendungen abgeben können. Die Gemeinde Gesees, über deren Leitungen möglicherweise die Wasserversorgung der sanitären Anlagen läuft, hatte in ihrer Gemeinderatssitzung am Dienstagabend keine Bedenken geäußert. Denn Bürgermeister Harald Feulner geht davon aus, dass der Wasseranschluss eher über die Juragruppe erfolgen wird.

Geht es nach der Autobahndirektion, soll der neue Parkplatz bei Weiglathal nicht der einzige sein, der in den kommenden Jahren entsteht. "Wir sind permanent auf der Suche nach geeigneten Plätzen", sagt Thomas Pfeifer. "Es ist unsere Aufgabe, die Sicherheit des Verkehrs auf der Autobahn zu gewährleisten." Und das gehe nur, wenn die Lastwagenfahrer ausreichend Parkplätze vorfinden, um ihre Ruhezeiten einzuhalten.

Lesen Sie hier: Wenn die Parkplätze voll sind, kommt es auch abseits der Autobahn zu Problemen.

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Kommentare

Hat eigentlich schon einmal jemand daran gedacht, Bau- und Unterhaltskosten für die immer zahlreicher und größer werdenden LKW-Parkplätze denjenigen zuzurechnen, die davon den Nutzen haben: den Unternehmen der Transportwirtschaft? Herr Dobrindt jedenfalls nicht. Der belastet lieber diejenigen, die einmal im Jahr an die Ostsee in Urlaub fahren und zurück. Es ist doch Sache der Verantwortlichen in den Unternehmen dafür zu sorgen, dass Gesetze eingehalten werden. Lenkzeiten lassen sich völlig problemlos einhalten, wenn man lange Strecken mit 2 Leuten fährt, die sich abwechseln! Hat man ja früher auch gemacht! Mir hilft doch auch keiner, wenn ich in einer fremden Stadt aus Versehen mit einem nicht entwerteten Fahrschein in den Bus gestiegen bin. --- 40 € + x sind fällig!
Die gesamte Bundesregierung, aber insbesondere Verkehrsminister Dobrindt verstehen sich als Lobbyisten für das Auto, für das Auto mit Verbrennungsmotor. Nur so kann man verstehen, dass es immer mehr Bestrebungen gibt, den Personen- und vorallem den Güterverkehr auf die Straße zu verlagern (Monster-LKWs). Die dazu notwendige Infrastruktur bezahlt natürlich der Staat. Leider scheint auch die Mehrheit der Wähler dem zuzustimmen.
Aha, wieder was gelernt. Jetzt müssen Sie uns nur noch erzählen, wer denn, außer "dem Staat" (manche sagen ja, das wären eigentlich die Steuerbürger), den Ausbau des Schienennetzes zur Verlagerung des Güterverkehrs auf das selbe bezahlt? Wird da wieder "niemandem was weggenommen, weil das die fleißigen Arbeitnehmer_innen in unserem Land" bezahlen?
Alle Benutzer der Schiene müssen Trassenentgelde bezahlen.
Aber das ist es nicht alleine. Umweltexperten meinen, dass so viele Güter wie möglich auf der Schiene transportiert werden sollten.
Montag, 13. November 2017 - 11:06