65 Osteuropäer stranden auf der A9

Und das war gar nicht so einfach. Denn da war ein Sprachproblem: „Die Reiseleitung verstand praktisch kein Deutsch und auf Englisch ging auch nichts“, sagt Florian Schedler, Kommandant der Trockauer Wehr. Sie war mit ihren Pegnitzer Kollegen nach einem Anruf durch einen Autofahrer, der die Lage bemerkt hatte, alarmiert worden. „Ein Reisebus brennt“, hieß es zunächst. Aber als sich herausstellte, dass nur der Motor rauchte, kehrten die Pegnitzer wieder um, so Schedler. Doch das löste nicht die Sache mit der Sprachbarriere.

Polizei besorgt Dolmetscher

Der nahmen sich Beamte der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Bayreuth an. „Wir haben da eine Datenbank, in der Dolmetscher gelistet sind“, so Dienstgruppenleiterin Michaela Regner, die am Sonntag selbst mit drei weiteren Streifenbeamten vor Ort war. In diesem Fall wurde ein des Russischen mächtiger Übersetzer gesucht. Den Regner schließlich auch fand: „Wir fangen da in der unmittelbaren Umgebung an und telefonieren uns dann durch.“

Großes Sprachengewirr

Zurück nach Trockau. Dort versorgte die Feuerwehr, die ursprünglich mit 28 Mann auf die A 9 ausgerückt war und den Motorbrand gelöscht hatte, die mehr als fünf Dutzend Urlauber, die laut Schedler „wohl aus mehreren osteuropäischen Ländern stammten“. So genau sei dies angesichts des Sprachengewirrs nicht festzustellen gewesen. Diesen Knoten löste erst der Dolmetscher.

"Hygienisch und mit Getränken versorgt"

Die Touristen wurden von der Feuerwehr mit deren Fahrzeugen Gruppe für Gruppe nach Trockau gebracht und dort „hygienisch und mit Getränken versorgt“, so der Komandant. Dabei stand die Wehr ständig in Kontakt mit der Polizei und der Integrierten Rettungsleitstelle in Bayreuth.

Weiterreise nicht machbar

Die Urlauber wären am liebsten gleich zu ihrem nächsten Reiseziel in Polen weitergefahren. Doch das war nicht machbar: „Wo will man am Sonntagabend ein Busunternehmen finden, das mehr als 60 Leute so weit befördern soll“, sagt Schedler. Dazu brauche man ja auf jeden Fall zwei Fahrer. Und so war eine Weiterreise schnell vom Tisch. Die Polizei fragte derweil nach, wo die Gestrandeten über Nacht Unterschlupf finden könnten.

Übernachten an der Rastanlage

Und wurde im Hotel an der Rastanlage Fränkische Schweiz/Ost fündig. Dort waren genügend Bettenkapazitäten frei. Ein Busunternehmer aus der Umgebung transportierte die laut Schedler spürbar aufgeregte Truppe an ihren Schlafplatz. Die rund 15 Einsatzkräfte der Feuerwehr, die sich den Osteuropäern im Gerätehaus gewidmet hatten, konnten nach gut zweieinhalb Stunden mit den Aufräumarbeiten beginnen. Ob die Kosten dafür die Stadt trägt, sei noch zu klären, sagt Kommandant Schedler. Für die Getränke kamen die Urlauber selbst auf, „die hatten ja ihr gesamtes Gepäck dabei“.

50.000 Euro Schaden

Im Einsatz war auch das THW, das sich gemeinsam mit der Feuerwehr um die Beseitigung der Ölspur kümmerte und den Ort des Geschehens absicherte. Den entstandenen Schaden beziffert die Polizei auf rund 50.000 Euro.

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Kommentare

Gut, das der Name des Kommandanten genannt worden ist. Das interessiert den Leser!