600 beim Auftakt des Summer Feeling

„Ein echter Vollzeitjob“, sagt Maria Eckert, lacht und eilt in Richtung Bühne. Ihr Bändchen mit dem Schild „Haupt-Orga“ flattert beim Laufen im Wind. Wenig später geht’s los, die Oberbürgermeisterin wartet schon. Es folgt eine kurze Begrüßung, lobende Worte von Brigitte Merk-Erbe, dann kümmert sich die junge Studentin auch schon um die Besucher. „Prooooost!“, schallt es plötzlich wenige Zentimeter neben ihr. Patrick Geißler (25) und seine Freunde, allesamt mit Deutschland-Trikot, stoßen mit randvollen Bechern auf den Abend an. „Super geile Stimmung hier“, sagt Frank Leibmann (25). Bier, Sand, Fußball – mehr brauchen die Jungs nicht für einen perfekten Abend. Maria Eckert nickt ihnen nur kurz zu. Sie muss weiter.

Die 22-Jährige stapft mit geübten Schritten durch den Sand und flitzt über den Rasen zur Bar. Bunte Schrift auf braunen Bast verrät: Hier gibt’s Cocktails. Julia Hösel (20) und Viviane Reichert (25) stecken gerade Ananasstückchen an Plastikbecher voller Coconut-Kiss und Summer-Feeling. Die beiden sind zwei von 150 Helfern, die an diesem Tag kräftig mit anpacken – und Spaß dabei haben. „Das Wetter ist gut, es sind unglaublich viele Leute da und Deutschland spielt“, sagt Julia Hösel. Wie könnte man da schlechte Laune haben? Sie drückt einem jungen Studenten gerade einen Becher in die Hand, als Jubel ertönt.

Es ist 18 Uhr, das WM-Spiel Deutschland gegen Portugal beginnt. Die Landeshymnen dröhnen laut aus den Lautsprechern vor der riesigen Leinwand. Die Besucher, die jetzt noch am Bier- oder Bratwurststand warten, rennen zu den Bierbänken. Die Nachzügler setzen sich einfach in den Sand. Für sie beginnt der Höhepunkt des Abends.

Für Maria Eckert beginnt eine kurze Verschnaufpause. Kurz noch aufs Handy schauen, ob bei Marco Wanek, Benedikt Nagel und Patrick Hardge auch alles okay ist. Per SMS kommt die Bestätigung: Ja, auch beim Rest vom Ogra-Team schaut’s gut aus. „Es ist halt viel Verantwortung“, sagt die 22-Jährige. Sie lächelt. Trotz Stress, Hitze und Lärm. Ihr Herzblut steckt im Uni-Strand. Zusammen mit den anderen 40 Stundeten hat sie die letzten Monate Sponsoren angeschrieben, Helfer eingeteilt, Ideen für das Programm gesammelt, Dienstleister für Essen und Getränke organisiert und nicht zuletzt 500 Tonnen Sand bestellt. Ein Mammut-Projekt – das der 22-Jährigen so gut wie nichts bringt. Punkte fürs Studium gab’s nur beim ersten Mal vor zwei Jahren.

Nicht nur Maria Eckert, sondern auch den anderen Organisatoren ist das wurscht. Sie wollen eine Brücke zwischen Stadt und Uni schlagen. Und vor allem etwas fürs Leben lernen. Dafür lohnt sich die Arbeit, sagen alle vier. zwölf, 13 und oft noch mehr Stunden haben sie in den vergangenen Wochen geschuftet. Schlaflose Nächte, Nervenflattern vor der Eröffnung – all das scheint vergessen beim Anblick der voll besetzten Bierbänke. „Wenn ich da so in die Menge schau – da krieg ich richtig Gänsehaut“, sagt Marco Wanek und streicht sich über den Arm. „Das ist der Hammer.“ Es wartet aber nach dem Festival auch noch viel Arbeit auf die Helfer. Wenn die Musik am letzten Abend verklingt, müssen 500 Tonnen Sand wieder weg geschafft werden. Der Großteil mit dem Bagger. „Den Rest mit Besen und Schaufel“, sagt Maria Eckert und lacht. Der große Kehraus macht ihr aber keine Sorgen. Sie hat ja schließlich ihre Flipflops.

Info: Das komplette Programm des „Summer Feeling“ an der Uni mit Beachsoccer, Fußballturnier der Wilden Liga Bayreuth und Open-Air-Kino
gibt es unter www.unistrand-bayreuth.de. Der Nordbayerische Kurier präsentiert im Rahmen der Veranstaltung am Sonntag, 22. Juni, den Familientag.

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