50 Jahre im Einsatz für die Bürger

Der Verband hat Jahre beständigen Wachstums, aber auch Krisen erlebt. Vorsitzender und damit Galionsfigur war 28 Jahre lang der Auerbacher Karl Gerstacker, an seiner Seite wirkte die ebenso unermüdliche Ehefrau Anne. Das kinderlose Paar lebte nicht nur für den ASB, sondern wurde oft auch als „der ASB in Auerbach“ angesehen.

Der ASB wurde ins Leben gerufen, weil es nach Meinung der Gründerväter einen Mangel an Einrichtungen für die „Erste Hilfe“ in Auerbach und Umgebung gab. Bereits drei Monate später wurde der erste Krankenwagen in Dienst gestellt.

1966 erste Unfallwache

Im Juli 1966 wurde in der Neuhauser Straße beim früheren Omnibusunternehmen Haru eine ständig besetzte „Unfallwache“ eingerichtet. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen wurde diese doppelt besetzt. Schon in den ersten Monaten wurden 300 Personen in Erster Hilfe geschult. Neue Ausstattung wurde gekauft. Finanziert wurde diese über Spenden und Beiträge. Eine wichtige Einnahmequelle war schon damals die ASB-Losbude. Rund eineinhalb Jahre nach der Gründung hatte der Verband schon 110 Mitglieder.

Kranken- und Unfalltransport

Die Auerbacher Samariter leisten in den folgenden Jahres enorm viel für die Bevölkerung. 1969 wurden schon 206 Mitglieder gezählt, die 25 Erste-Hilfe-Kurse hielten. Der ASB hatte Stützpunkte in fast jedem Ort. 1974 übertrag das Bayerische Innenministerium dem ASB den Kranken- und Unfalltransport im Auerbacher Gebiet. Es wurden die ersten Hauptamtlichen eingestellt: Wolfgang Meiler aus Ranna und Hans Deinzer aus Krottensee.

Erste Altglassammlung

Der ASB blieb Neuem gegenüber stets aufgeschlossen. Eine erste Altglassammlung war so erfolgreich, dass ein Container aufgestellt wurde. Der Erlös wurde für den Katastrophenschutz verwendet. Im Januar 1979 erschien erstmals der „Auerbacher Stadtanzeiger“. Redaktionell wurde das Blatt von Karl Gerstacker betreut, die Verteilung übernahmen ASB-Mitglieder.

Auch politisch zog die ASB-Führung ihre Fäden. Keine Geringere als „Landesmutter“ Marianne Strauß und Ministerpräsident Franz Josef Strauß setzten sich im Sommer 1982 für den Auerbacher ASB ein und vermitteln ein Küchenfahrzeug der Bereitschaftspolizei an den Ortsverband. Die Samariter waren damit in der Lage, 1000 Personen in einer Aufbereitung zu verpflegen.

1985 ASB-Heim eingeweiht

Im Juni 1983 übernahm der ASB für 300 000 Euro den alten städtischen Bauhof und fing an, diesen zu erweitern. Am 28. September 1985 wurde das ASB-Heim mit angrenzender Rettungswache eingeweiht.

Im März 1994 stellte sich Karl Gerstacker nach 28 Jahren an der Spitze des ASB nicht mehr zur Wahl. Nach schwerer Krankheit starb der verdiente ASB-ler, der mehrere wichtige Auszeichnungen für sein Engagement erhalten hatte, im August 1994. Nur fünf Jahre später ging es mit dem ASB bergab.

Der Kreisverband Amberg-Sulzbach geriet in finanzielle Schieflage. 2000 musste der Ortsverband Auerbach das Heim am Behälterweiher aufgeben und verkaufte es an das Rote Kreuz. Somit blieb die gemeinsam betriebene Rettungswache in den Händen einer Rettungsorganisation. Gemeinsam mit dem neu gegründeten Regionalverband Jura ging es Schritt für Schritt wieder bergauf. Im Jubiläumsjahr zählt der ASB Regionalverband Jura über 2100 Mitglieder. Von den Wachen in Auerbach und Velden werden im Rettungsdienst und Krankentransport rund 1600 Einsätze jährlich abgewickelt. Über 200 Einsätze werden in Velden/Neuhaus und Vorra durch die „Helfer vor Ort“ bewältigt. Seit 2015 steht der ASB zusätzlich der Feuerwehr Königstein als Partner für den „First Responder Dienst” zur Seite. Im Sanitätsdienst stehen rund 40 Einsätze pro Jahr auf dem Dienstplan. Die Rettungshundestaffel hat etwa monatlich einen Sucheinsatz. Die Ausbildungsabteilung veranstaltet öffentliche Kurse und ist ein gefragter Partner in den Betrieben zur Aus- und Fortbildung der Ersthelfer und Betriebssanitäter. Die Anzahl der Standorte mit „Automatisch-Externen-Defibrillatoren“ (AED) wurde in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut. Die Installierung von rund 100 Geräten haben die Samariter begleitet. Im Bereich „Essen auf Rädern“ werden jährlich rund 49 000 Portionen frisch zubereitete Mahlzeiten geliefert.

Vor fünf Jahren kam als weiterer großer Bereich die Kinder- und Jugendhilfe hinzu. In Pottenstein wurden aus einer Kindergarteneinrichtung inzwischen zwei vollständige Kindertagesstätten. Zudem wird mit dem Hausnotruf ein 24-Stunden-Dienst an sieben Tagen der Woche gewährleistet.

Demenzbetreuung, Familien entlastende Dienste, hauswirtschaftliche Versorgung, Hausfrauengymnastik, Seniorenarbeit, Altkleidersammlung und Geschirrverleih runden die Angebote ab. Dazu gehört auch, dass der ASB jeden Dienstag im Auerbacher Bürgerhaus Ratsuchende berät. Neu hinzugekommen ist 2015 der Schulbegleitdienst, um das Thema der Inklusion zu unterstützen. Der Katastrophenschutz wurde neu ausgestattet und neu organisiert. Über 60 hauptamtliche Kräfte wickeln in Ergänzung mit knapp 60 Ehrenamtlichen die Aufgaben des Vereines ab.

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