40 Monate Haft für Ex-VW-Ingenieur

Ein Gericht in Detroit ordnete am Freitag zudem an, dass James Liang nach seiner Freilassung zwei Jahre unter Aufsicht gestellt wird. Der 63-Jährige hatte sich schuldig bekannt, die Betrugssoftware mit entwickelt zu haben. Es ist das erste Urteil gegen einen VW-Verantwortlichen.

Liang erhielt 40 Monate Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 200.000 Dollar (gut 168.000 Euro). Weil er umfangreich gestanden und mit der US-Justiz kooperiert hatte, hatte die Anklage drei Jahre Haft und 20.000 Dollar Strafe gefordert - möglich gewesen wären fünf Jahre Gefängnis und 250.000 Dollar Strafe.

Auslieferung möglich

Während der Zeit, in der er nach der Freilassung unter Beobachtung gestellt werden soll, könnte er auch an Deutschland ausgeliefert werden, urteilte das Gericht.

Zusammen mit seinen Kollegen soll Liang jahrelang an der illegalen Software gearbeitet haben. Der Anklage zufolge arbeitete er von 1983 bis 2008 im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg, anschließend war er im US-Bundesstaat Kalifornien für die Tests von Dieselmotoren für den US-Markt zuständig.

Kooperation

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Diesel-Fahrzeuge unterschiedlicher Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm reduziert den Ausstoß von schädlichen Stickoxiden bei standardisierten Tests.

Die von Volkswagen im Zuge der Aufarbeitung des Skandals ausgehandelten Entschädigungen und Strafzahlungen in den USA belaufen sich inzwischen auf mehr als 22 Milliarden Dollar.

Liangs Anwalt Daniel Nixon hatte zur Verteidigung seines Mandanten unter anderem angeführt, dass durch dessen Kooperation auch andere Verantwortliche gefasst werden konnten. Insgesamt müssen sich derzeit in den USA sieben Mitarbeiter und Ingenieure von VW vor Gericht verantworten.

Gegen Luftreinhaltegesetze verstoßen

So ist unter anderem der Deutsche Oliver S. angeklagt, ebenfalls in Detroit. Auch er bekannte sich schuldig, an einer Verschwörung zum Betrug beteiligt gewesen zu sein und gegen Luftreinhaltegesetze verstoßen zu haben. Ihm drohen mehrere Jahre Haft.

Nicht bewertet

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Kommentare

Na dann müssten ja die Chefs von VW, Audi und Co. lebenslänglich bekommen.
Dazu wird es aber wohl nicht kommen und es werden nur die bescheidenen Gehälter etwas großzügiger angehoben.
Montag, 13. November 2017 - 11:06