40-Millionen-Bauwerk mit Labors und Büros entsteht im Süden des Bayreuther Campus

Zwei Aufträge in einem sollten die Teilnehmer an einem Architektenwettbewerb für das gemeinsame Gebäude des künftigen Zentrums für Materialwissenschaften und Werkstofftechnologie und des Zentrums für Energietechnik erfüllen: beide Zentren unter ein Dach zu bringen und eine Art Masterplan für die Uni des Jahres 2100 zu entwerfen. Am besten ist das nach Meinung des Preisgerichtes den beiden Münchner Architekten Rüdiger Fritsch und Asian Tschaidse gelungen, sie erhielten gestern auf dem Uni-Campus den ersten Preis des Wettbewerbs.

Nicht verborgen

Was Tschaidse und Fritsch entworfen haben, wird gebaut – auf dem „Hasengelände“, einem bislang ungenutzten Areal zwischen den Sportwissenschaften, der Uni-Verwaltung und dem wunderschönen alten Bauernhof an der Südseite, der ebenfalls der Uni gehört. Wegducken, sagt Universitätskanzler Markus Zanner, wird sich das neue Gebäude nicht. Es ist nicht versteckt, sondern von der Straße gut zu sehen. Nicht hinter Erdwällen verborgen. Es ist modern, es ist groß, „urban“, wie Architekt Fritsch sagt. Und es bringt eine Menge Geld in die Stadt: Von den 60 Millionen Euro, die der Technologieallianz Oberfranken (TAO) für Bauten zur Verfügung stehen, fließen allein 40 Millionen in dieses eine Gebäude mit seinen Büros, Labors und dem bewusst eingeplanten Raum für Begegnungen. Denn um die Begegnung geht es bei TAO ganz zentral: Naturwissenschaftler und Geisteswissenschaftler, Experten der Universitäten Bamberg und Bayreuth sowie der Fachhochschulen Coburg und Hof arbeiten gemeinsam Zukunftsaufgaben. Ihre unterschiedlichen Sichtweisen sollen zu Neuem führen. Materialien und Energie gehören zu den Zukunftsthemen, die sich die Allianz vornehmen soll – in dem in Bayreuth entstehenden Gebäude werden zum Teil schon existierende, zum Teil auch neue Lehrstühle Raum finden. Einer dieser Neuen, der für elektrische Energiesysteme, ist gerade zur Besetzung ausgeschrieben worden.

Es wird noch eine Weile dauern, bis das 5530 Quadratmeter Nutzfläche große TAO-Haus tatsächlich in Betrieb geht. Bis Mai nächsten Jahres rechnen die Experten des Staatlichen Bauamtes mit konkreten Planungen und Kostenberechnungen. Dann werden die Leistungen ausgeschrieben, in etwa einem Jahr könnte der Bau beginnen. Und 2017 soll das Gebäude fertiggestellt sein.

Dann ist wohl absehbar, ob die Uni so dynamisch weiter wächst und ob damit auch der Masterplan der beiden Münchner Architekten für den Süd-Campus tragfähig ist. Fünf große Forschungsgebäude haben sie angrenzend an das TAO-Gebäude und an den Ökologisch-Botanischen Garten geplant. Ob der Garten eingemauert werden soll? Nein, sagt Zanner. Die Verantwortlichen des Ökologisch-Botanischen Gartens seien stets in den Planungsprozess eingebunden gewesen und hätten am Ende auch kein Veto eingelegt. Der Garten der Universität gehört zu den bevorzugten Ausflugszielen der Bayreuther. Der schöne alte Bauernhof auf dem Südgelände soll übrigens, wenn möglich, erhalten bleiben. Er ist als Mensa oder als Begegnungsort von Schulen und Uni in den Plänen weiterhin verzeichnet.

Ein großes Plus

Dass die Uni nach Süden und in keine andere mögliche Richtung wächst, darauf deutet nicht nur der Neubau des TAO-Gebäudes hin. Anders als im Fall des Zapf-Grundstücks auf der gegenüberliegenden Seite der Universitätsstraße befindet sich das Areal im Süden bereits im Eigentum des Freistaates Bayern. Und: Für den südlichen Flecken Erde gibt es auch bereits einen gültigen Bebauungsplan. Ein großes Plus – auch für das TAO-Gebäude. Sonst würde der Bau wohl noch etwas länger dauern als bis 2017.

Nicht bewertet

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