2. Platz für Bayreuther Campusbräu

Die Bayreuther Ingenieur-Studenten haben erst 2014 im Rahmen eines Seminars damit begonnen, in einem Keller in den Tiefen des Campusgeländes Bier zu brauen. 2015 stellen sie sich erstmals der Jury beim Hamburger Brauwettbewerb. Damals kommen sie mit ihrem Rotmain-Weizen auf den vierten Platz. Ein Jahr später überschreiten sie die Grenzen des bayerischen Reinheitsgebots und beenden den Wettbewerb auf dem zweiten Platz. Mehr Punkte bekommt alleine ein international besetztes Brauer-Team der TU Hamburg mit einem Kaffee-Bier.

Alexander Rasp ist Doktorand am Lehrstuhl Bioprozesstechnik und Vorsitzender des Campusbräu-Vereins. Er sagt: "Wir haben 2014 mit traditionellen fränkischen Bierstilen wie Landbier, Bockbier und Weizen angefangen. Dieses Jahr haben wir uns auf die Neuinterpretation der Bierstile und des Bayerischen Reinheitsgebots konzentriert." Während des 2016er Brauseminars entstehen so vier verschiedene Biere. In den Wettbewerb wird schließlich eine ganz besondere Kreation geschickt: ein obergäriges Cardamom Stout. "Wir haben während des Hopfenkochens eine gehörige Portion gemahlenen Kardamom hinzugefügt," verrät Alexander Rasp das Geheimnis eines ganz besonderen Geschmacks.

Fast schwarz steht das Bier unter einer cremigen Blume im Glas. Fünf verschiedene Malzsorten statten es mit einem mächtigen Körper aus, es duftet nach Kaffee und Schokolade. Der süßlich-scharfe Kardamom aus Indien passt gut zu den Schokonoten. Der amerikanische Willamette-Hopfen steuert blumige Johannisbeer-Noten bei. Mit 6,3 Volumenprozent Alkohol kommt dieses Stout einem Bockbier recht nahe.

Der Campusperle-Wettbewerb gibt Nachwuchsbrauern Gelegenheit, sich mit anderen Bierbegeisterten auszutauschen, das eigene Bier von Profis bewerten zu lassen und sich wertvolle Tipps zu holen. Denn die universitären Braustätten sind völlig unterschiedlich ausgestattet. Die Bayreuther Ingenieure haben vieles von ihrer Ausrüstung selbst gebaut; mehrere Firmen aus der Region sponsern die studentische Brauwerkstatt. Das Campusbräu-Hell wird inzwischen beim Becher in der Altstadt in professionellem Maßstab gebraut und bei Veranstaltungen der Universität sowie im Liebesbier ausgeschenkt. Die Teams treten in Hamburg unter klingenden Namen wie „Bierbräute“ oder „Repubierkaner” an. Sie müssen 20 Liter ihrer Braukreation mitbringen, die nach Kriterien wie Farbe, Geruch, Alkohol- und Kohlensäuregehalt sowie Schaumfestigkeit von der Jury aus Brauern bewertet wird.

Mehr zum Thema:

Campusbrauer gründen Verein

Campusbräu bei Brauwettbewerb

Ingenieurstudenten brauen Bier

Campusbräu ruft Bürgermeister auf den Plan

Nicht bewertet

Anzeige

Kommentare

Wann und wo ist Ausschank? Der letzte war doch beim Uni-Besichtigungstag im Juli 2015.
Montag, 13. November 2017 - 11:06