Bayreutherin in Köln sexuell belästigt

Sie wurde in Köln begrapscht und belästigt von etwa „15 bis 20 Männern“, im Alter von etwa 18 bis etwa 40 Jahren, „mit südländischem Aussehen“.

Die Polizei konnte ihr und ihren Freundinnen nicht helfen. „Wir haben Wichtigeres zu tun“, hörte sie dreimal von Beamten.

Endlich allein in Köln – das war schon immer Marias Traum. Und dann zu Silvester. In der Gegend wohnen ihre Verwandten, die Eltern erlaubten ihr den Ausflug. Mit zwei Freundinnen (beide 19) zog sie los, um eine Riesenparty zu feiern. Der Abend endete auf der Polizeiwache.

An Silvester fuhren sie schon gegen 14.15 Uhr in Richtung Köln, wo sie gegen 16.30 Uhr am Bahnhof ankamen. Schon da habe sie „ewig viele Leute“ gesehen, „überwiegend Ausländer“. Bis etwa 19 Uhr waren die drei Mädchen am Hauptbahnhof, schon da „haben die Leute das Knallen angefangen“. Die Domplatte direkt neben dem Bahnhof war bereits voll mit Leuten. So weit, so normal.

Bis 22.30 Uhr waren die drei in einer Kneipe in der Nähe. Danach fuhren sie wieder zur Domplatte, „um die Party mitzuerleben“. Doch schon als sie den Eingang des Bahnhofs sahen, wunderten sie sich über die vielen Polizisten mit Helm und Schutzweste. Auch „eine Menge Leute“ waren da.

„Wir haben Hilfe gesucht, aber keine gefunden“

Der Horror aber begann auf dem kurzen Weg von der U-Bahn zum Hauptausgang. Maria, eine fröhliche Jugendliche, lange Haare, kein ängstlicher Typ. Sie wirkt wie eine junge Frau, die sich gegen Jungs durchsetzen kann.

Aber „plötzlich kam eine Hand von hinten“ und fasste sie an den Po. Sie drehte sich um, weil sie dachte, es sei eine ihrer Freundinnen aus Spaß gewesen. War sie aber nicht. „In zwei Sekunden Abstand“ kamen „von überall her die Hände“.

Überall nur Männerhände

Und immer wieder Männerhände. Kaum hatte sie die einen abgeschüttelt, streckten sich wieder Hände nach ihr aus. Es seien „überall nur Ausländer gewesen“, man habe „keinen Deutschen gesehen“.

Hat sie um Hilfe gerufen? „Nein, daran haben wir nicht gedacht.“ Sie sei nur damit beschäftigt gewesen, sich der Hände zu erwehren. Und zu schreien. „Wir haben Hilfe gesucht, aber keine gefunden.“ Zwar hatte Maria Pfefferspray in der Handtasche – aber da sei sie gar nicht dran gekommen. Zu dicht seien die Männer an ihr gewesen, zu viele Hände, zu groß die Angst. „Wir haben geweint.“

„Lasst das, hört auf“

Sie trug ein schwarzes Kleid, knielang, betrunken war sie nicht. Ein bisschen angeheitert, nach drei kleinen Kölsch. „Mir haben sie das Kleid bis über den Bauch hochgezogen“, sagt sie. Immer wieder griffen ihr die Männer in den Schritt. „Finger in allen Körperöffnungen“ – so kann man das beschreiben, sagt Maria.

Einer habe sogar seine Hand von unten nach oben über ihren gesamten Oberkörper gezogen. Sie schrie die Männer immer wieder an: „Lasst das, hört auf“, sie beschimpfte sie, aber es nützte nichts. „Dann waren sofort die nächsten Hände da.“

Eine ihrer Freundinnen „wurde richtig mitgezogen von den Männern“. Sie greift ihre Hand und zieht sie mit aller Kraft zurück. Irgendwo kamen dann wieder Ausländer und grapschten die Mädchen an. Teilweise hätten sie Deutsch gesprochen, aber nur schlechtes. In der Menge hätten sie kein Deutsch gehört.

Insgesamt sollen es etwa 30 Männer gewesen sein, durch die sich die drei Mädchen quälen mussten. „Deutsch haben wir da nicht gehört.“

Die Mädchen retten sich in eine Toilette

Sie wollten nur nach draußen. Aber die Männer standen am Ausgang, der zum Nadelöhr für die jungen Frauen wurde. Mehrere Minuten brauchen die drei für die kaum 30 Meter lange Strecke nach draußen. „Das Komische war, auf der Domplatte direkt war keiner, da war alles frei.“

Direkt am Eingang hätten sich alle ausländisch aussehenden Männer versammelt, „als hätten die sich abgesprochen“. Das wenige Deutsch, das sie sprachen, sei sehr rudimentär gewesen.

Endlich draußen. Dann retteten sich die Mädchen zunächst in ein Restaurant auf eine Toilette, „um uns zu beruhigen“. Sie beschlossen, die Polizei zu suchen. Sie fanden einen Streifenwagen, doch der Beamte sagte laut Maria, er habe damit nichts zu tun, er habe einen anderen Einsatz. Er habe „etwas Wichtigeres“ zu tun. Die Mädchen sollten die 110 anrufen. Was sie auch taten.

Polizei hatte "wichtigere Einsätze"

Am Telefon sagte der Beamte, sie sollten nach dem Gespräch wieder zu der Menge gehen und sich bei den Beamten vor Ort melden. „Wir haben drei Polizisten angesprochen, alle sagten, sie hätten einen wichtigeren Einsatz.“

Eine Polizistin beruhigt die Mädchen

Kurz nach 23.30 Uhr hat die Polizei die Domplatte geräumt – die Mädchen verschwanden schnell in eine Gasse – „und wir hatten immer noch Angst“. Aber wenigstens war eine Polizistin da, die sie beruhigte: „Wegen Terror“ brauche man sich keine Sorgen zu machen.

Allerdings hätten „überwiegend Ausländer“, auch Kinder, Kracher in die Menschenmenge geworfen, sagte eine Polizistin. Sie schickt die Mädchen auf ein Revier in der Nähe, bis kurz nach Mitternacht warteten sie dort. Draußen standen weitere junge Frauen, die ebenfalls Anzeige wegen Belästigung und Diebstahls machen wollten.

Sie würde die Männer wiedererkennen

Bei der Polizei sagte sie aus, dass sie die Männer wiedererkennen würde. Zumindest den, der ihr Kleid nach oben gezogen hatte und fest in ihren Schritt gegriffen hatte. Noch hat sich die Kölner Polizei deswegen nicht gemeldet. Nur einmal kam ein Anruf. Sie sollten ihre Kleider in eine Papiertüte packen. Sie würden wichtig, wenn es um DNA-Spuren gehe.

Noch Tage danach hat Maria Angst, wenn sie an die Männer denkt. „Es könnten wirklich 1000 gewesen sein“, sagt sie.

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Kommentare

Seit wann ist eine "Schülerin aus dem Landkreis Bayreuth" eine Bayreutherin?

Dann ist ein Mann aus Neuhaus an der Pegnitz auch ein Nürnberger.
Es gibt kein "kleines Kölsch", das Kölsch hat immer die gleiche Größe!
Das ist nicht richtig, Herr Kiepfer.Sie kriegen ein Kölsch in 0,2 l und in 0,4 l.