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17.02.2012, 09:16 Uhr

 

Grafenwöhr: Brigadenabzug jetzt offiziell

GRAFENWÖHR. Jetzt ist es offiziell: Die US-Armee zieht zwei schwere Brigaden ab - für die Regionen ein harter Schlag.

 

Jetzt ist es amtlich: Die USA ziehen zwei schwere Infanteriebrigaden aus Deutschland ab. Bereits zum nächsten Oktober wird die 170. Kampfbrigade in Baumholder (Rheinland-Pfalz) außer Dienst gestellt. Ein Jahr später wird die 172. Brigade mit Teileinheiten in Grafenwöhr und Schweinfurt abgezogen. Weitere Truppenreduzierungen sollen folgen, teilte die US-Armee in Heidelberg am Donnerstagabend mit.

Für die betroffenen Regionen Baumholder und Grafenwöhr bedeutet das einen schweren Schlag: Der Standort Baumholder gilt mit seinen knapp 5000 amerikanischen Soldaten als größte deutsche US-Garnisonsstadt. Der 172. Brigade in Grafenwöhr gehören rund 3800 Heeressoldaten an.

Zudem gibt es weitere Abzugspläne. "Im Verlauf der nächsten Jahre" sei eine weitere Reduzierung um etwa 2500 Soldaten bei anderen Einheiten in Deutschland geplant, teilte das US-Hauptquartier für Europa weiter mit. Es hieß, bis 2017 sei eine Reduzierung um 25 Prozent auf rund von 30.000 US-Soldaten vorgesehen.

"Wunderbarer Gastgeber"

US-Verteidigungsminister Leon Panetta informierte seinen deutschen Amtskollegen Thomas de Maizière bei einem Treffen in Washington über den geplanten Abzug. "Deutschland war ein wunderbarer Gastgeber für unsere Truppen und ihre Familien", sagte er.

De Maizière zeigte Verständnis für die Abzugspläne. "Das Verfahren war transparent, das Ergebnis ist moderat", sagte er. Deutschland bleibe der Hauptstandort amerikanischer Truppen in Europa. "Das unterstreicht, dass Deutschland für unsere amerikanischen Freunde ein strategisch wertvoller und auch ein strategischer unverzichtbarer Standort ist und bleibt."

Der Abzug aus Baumholder und Grafenwöhr war seit Monaten erwartet worden. US-Präsident Barack Obama hatte klargemacht, dass das US-Heer wegen Geldmangels seine Truppenstärke massiv reduzieren müsse. Außerdem will sich die US-Armee künftig mehr auf die Regionen Nahost und Asien konzentrieren.

Wechselnde Truppen

Berichte über Abzugspläne hatten in den betroffenen Regionen bereits erhebliche Besorgnis ausgelöst. Allerdings sollen nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums die abgezogenen Brigaden durch wechselnde Truppen zumindest teilweise ersetzt werden.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck und sowie Innenminister Roger Lewentz verwiesen darauf, dass trotz des Abzugs der Kampfbrigade Baumholder weiterhin Standort der US-Armee bleibe. "Gleichzeitig werden nach und nach Logistikeinheiten von anderen Standorten nach Baumholder verlegt und dauerhaft stationiert", sagte Lewentz. "Das ist eine gute Nachricht für Baumholder, die Region und Rheinland-Pfalz."

dpa/Foto: röt




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