06.02.2012, 17:15 Uhr
Von Manfred Scherer
BAYREUTH. Zweieinhalb Jahre Haft: Ein Mann aus Speichersdorf hat seinen Arbeitgeber, die Porzellanfabrik Thomas am Kulm, bestohlen.
Er wollte mit dem „weißen Gold“ den Lebensstandard seiner Familie heben. Ein Mann aus Speichersdorf bestahl seinen Arbeitgeber, die Porzellanfabrik Thomas am Kulm, und erreichte das Gegenteil: Er muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Zudem sind er und seine wegen Hehlerei mitangeklagte Ehefrau pleite. Die Frau, die zwei kleine Kinder hat, kam mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten davon.
Zeitsparende Geständnisse
Ehe am Montag dieses Urteil verkündet werden konnte, mussten die Richter der Strafkammer des Landgerichts viel Überzeugungsarbeit leisten: Ohne Geständnisse hätten alle Käufer, die im Internet ein Stück Porzellan erworben hatten, als Zeugen geladen werden müssen. Soweit kam es nicht, denn die von Hilmar Lampert und Wolfgang Schwemmer verteidigten Angeklagten räumten die ihnen vorgeworfenen Taten ein und erklärten: „Ja, so kann es gewesen sein.“
Genauso wichtig wie die strafmildernden Geständnisse war die Bereitschaft der Eheleute, auf ihr Vermögen zur Schadenswiedergutmachung zu verzichten: Da kamen mit Lebensversicherungen und Bargeld rund 100.000 Euro zusammen. Das Gericht erklärte, diese Summe entspreche dem im Prozess ermittelten Schaden.
Schicht nach Nachtschicht
Wie berichtet, hatte sich vor allem der wesentlich ältere Ehemann beharrlich geweigert, zu den Anklagevorwürfen Stellung zu nehmen – trotz einer eindeutigen Beweislage. Im Frühjahr 2011 war der 49-Jährige nach dem Ende seiner Nachtschicht kontrolliert worden: In seiner Plastiktüte trug er eine Suppenterrine mit sich und in seinem Rucksack waren 35 Stücke Geschirr.
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Foto: dpa
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