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05.02.2012, 12:13 Uhr

 

Bayreuth verliert sein Massenspektakel

Von Gert-Dieter Meier

BAYREUTH. Vorhang zu für eine der beliebtesten Freiluftveranstaltungen der vergangenen Jahre: Das Public Viewing der Bayreuther Festspiele, das seit der Einführung im Jahr 2008 weit über 100.000 Besucher auf den Volksfestplatz gelockt hat, wird es auf absehbare Zeit nicht mehr geben. Dafür bringt Festspielleiterin Katharina Wagner die Wagneropern jetzt deutschlandweit ins die Kinos.

 

Weil sich keine Sponsoren mehr fanden, musste Katharina Wagner (Foto) das Public Viewing einstellen.

Die Einstellung des Public Viewings erfolgt einzig aus finanziellen Gründen. Festspielleiterin Katharina Wagner, die gleichzeitig Geschäftsführerin der BF Medien GmbH ist, die das Public Viewing veranstaltete, zum Kurier: „Nach dem Ausscheiden von Siemens waren wir im Gespräch mit vielen und vielen großen Sponsoren. Aber es hat sich leider kein Unternehmen gefunden, das bereit gewesen wäre, einen so großen Betrag wie Siemens für diese Veranstaltung aufzubringen.“ Um welchen Betrag es ging? Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden, sagt die Festspielleiterin. Gerüchteweise hat Siemens für dieses Ereignis weit über eine Million Euro aufgebracht – pro Jahr, wohl gemerkt.

Geklotzt, nicht gekleckert

Was dieses Event auf dem Volksfestplatz so teuer macht, ist die Übertragungstechnik. Bei Bild und Ton wollte weder Siemens noch die Festspielleitung Kompromisse machen. Deshalb engagierten die Macher mit „Tucherl“ Tögel den Guru der (Klassik-)Beschallungsszene, deshalb wurde auch bei der Leinwand nicht gekleckert, sondern geklotzt – zum Einsatz kam nur das Beste. Und das, nicht etwa die Aufnahmen im Festspielhaus selbst, macht(e) das Public Viewing so teuer. Die Frage, ob man zur Rettung dieser, bei den Menschen in der Region so beliebten Veranstaltung nicht doch etwas zurückfahren hätte können, beantwortet die Festspielleiterin mit einem klaren Nein: „Man kann da nicht einfach irgendeine Leinwand und ein paar Lautsprecher aufstellen. Das würde unserem Anspruch nicht gerecht“, so Wagner, „wir wollten einfach keine Qualitätseinbußen.“ Deshalb nun also das Aus dieser Erfolgsveranstaltung, das natürlich auch die Festspielleiterin selbst bedauert: „Für Bayreuth ist das natürlich sehr schade“, sagt Wagner, „weil hier immer eine wunderbare Stimmung auf dem Platz war. Viele werden nun sicherlich enttäuscht sein. Aber ich muss sagen, dass ich auch mit der neuen Lösung sehr, sehr glücklich bin.“

Foto: Kolb (Archiv)




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