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04.02.2012, 13:12 Uhr

 

„Bei Campus TV haben sie mich nicht genommen“ - Interview mit Sandra Rieß

BAYREUTH. Sie ist die neue TV-Entdeckung: Sandra Rieß hat den Sprung von Südwild, der Jugendsendung im BR, ins Abendprogramm des Ersten und von ProSieben geschafft. Die Nürnbergerin moderiert die Suche nach dem deutschen Eurovisions-Teilnehmer „Unser Star für Baku“. Zu Bayreuth hat die 25-Jährige eine besondere Beziehung: Hier hat sie von 2005 bis 2008 Theater und Medien studiert. Katharina Ritzer hat sich mit ihr über Bayreuth, das Fränkische an ihr und ihre Zukunftspläne unterhalten.

 

Sandra Rieß hat den Sprung von der BR-Jugendsendung ins Abendprogramm geschafft: Sie präsentiert „Unser Star für Baku“. In Bayreuth hat die 25-Jährige studiert. Foto: ProSieben/Benedikt Müller

Frage: Mal ganz ehrlich, Frau Rieß: Hat irgendetwas in Ihrem Studium Sie auf den Job als Moderatorin vorbereitet?

Sandra Rieß: Jein. Ich wollte damals mal bei Campus TV moderieren. Da bin ich zu einem Casting gegangen, bin aber nicht genommen worden. Aber wir haben während des Studiums viele praktische Arbeiten gemacht, da konnte ich dann doch vor der Kamera was machen. Es ist auch als Moderatorin wichtig, dass man sich gut auskennt, dass man weiß, was ist ein Beitrag, wie baut man den auf. Durch mein Studium und dadurch, dass ich vorher als Redakteurin beim Fernsehen gearbeitet habe, habe ich Erfahrungen gesammelt. Manchmal denke ich dadurch jetzt vielleicht ein bisschen zu viel darüber nach, was die Leute hinter der Kamera wollen.

Frage: Haben Sie denn gute Erinnerungen an Ihr Studium?

Rieß: Ja, auf jeden Fall. Ich habe in Bayreuth zusammen mit meiner besten Freundin in einer WG gewohnt, von daher war das natürlich eine absolute Highlight-Zeit. Und ich habe alles mitgemacht, was Bayreuther Studenten mitmachen, Abende in der Rosi zum Beispiel. Ich hab’ mir Bayreuth damals bewusst ausgesucht. Der Campus ist so schön, das hat mich total überzeugt.

Frage: Was an Ihnen ist echt fränkisch?

Rieß: Ich mag die fränkische Küche sehr gerne, sechs auf Kraut zum Beispiel. Und wenn ich in Nürnberg zum Shoppen in der Stadt bin, hol’ ich mir kein Eis oder einen Burger, sondern drei im
 Weckla mit Senf. 

Frage: Werden Sie eigentlich beim Wettbewerb in Baku auch dabei sein?

Rieß: Das weiß ich noch nicht. Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich mit darf und wir ein bisschen drehen. Man will ja die Leute auf dem neuesten Stand halten, wie’s dem deutschen Teilnehmer geht.

Frage: Und wie geht es für Sie nach „Unser Star für Baku“ weiter?

Rieß: Meinen Job bei Südwild hab’ ich behalten, da werd’ ich ab März erst mal wieder hingehen. Und für den Rest des Lebens schaun mer mal (lacht). Ich hab’ bei Südwild einen Fulltime-Job. Klar kann man da auch mal Dinge nebenbei machen, wie den Nockherberg, den mach ich auch dieses Jahr wieder, und ich hab jetzt auch beim Bayerischen Filmpreis moderiert. Solche Geschichten kann man schon einrichten, aber man muss sich auf Südwild schon sehr einlassen.

Frage: Samstagabend sind Sie bei der Goldenen Kamera in Berlin. Als Gast?

Rieß: Ja, da bin ich eingeladen. Das sind schöne Nebeneffekte, ich freue mich sehr darauf, mal auf so eine Veranstaltung gehen zu können. Im Moment suche ich noch ein Abendkleid, das ist ziemlich schwierig. Das darf nicht zu glamourös sein, weil ich sonst eher in Stiefeln und Chucks rumlaufe. Und ich muss vorm Spiegel noch ein bisschen üben, wie man sich vor den Fotografen hinstellt. Für die Posen bräuchte ich noch einen Schnellkurs.

Frage: Das hätten Sie sich vor ein paar Jahren sicher nicht träumen lassen. Kann man so eine Karriere überhaupt planen?

Rieß: Ich glaube, bis zu einem gewissen Grad kann man es schon planen, indem man selbstkritisch ist und viel an sich arbeitet. Ich hab’ während des Studiums sehr viele Praktika gemacht, die kann ich fast schon nicht mehr zählen. Ich war auch immer sehr ehrgeizig, weil man ja weiß, in der Medienbranche gibt’s nicht so viele Jobs. Aber dieser Schritt in ein Format, das so eine große Öffentlichkeit hat, daran kann man glaube ich nicht arbeiten. Da braucht man das Quäntchen Glück. Und das ist mir jetzt zum Glück passiert.

Frage: Wer sind denn Ihre schärfsten Kritiker?

Rieß: Mama und Papa und mein 17-jähriger Bruder. Die nehmen mich oft ziemlich auseinander und bringen mich wieder runter. Gar nicht mal, weil sie so hyperkritisch sind, aber die loben mich auch nicht so hoch. Die sagen nicht: ,Boah, was die jetzt geschafft hat‘, sondern sagen: ,Hey, gut gemacht, ist ne super Chance‘, aber dabei bleibt’s dann auch. Wenn ich in Nürnberg bin, dann machen wir einen Spieleabend, schauen zusammen fern oder machen ganz normale Sachen. Da wird sich nicht hingehockt und über meine Sendung philosophiert. So einen hohen Status hab’ ich zu Hause nicht (lacht).




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