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04.02.2012, 13:06 Uhr

 

Sportler drängen auf neue Halle

Von Torsten Ernstberger

BAYREUTH. Die Rufe nach einer neuen Sporthalle werden lauter: Für die Vereine wird es immer schwieriger, einen geregelten Trainings- und Spielbetrieb zu organisieren. Das Problem: Die Hallenkapazitäten der Stadt sind restlos ausgelastet.

 

„Die sportliche Vielfalt in Bayreuth ist super. Aber das bedeutet auch, dass sich 70 Sportvereine um Hallenzeiten bewerben“, sagt Sportamtsleiter Christian Möckel. Täglich müssen er und seine Mitarbeiter Termine auf den Belegungsplänen hin- und herschieben, um möglichst allen Vereinen Hallenzeiten einzuräumen. Aber das Ende der Fahnenstange ist erreicht. „Wir haben zu wenig große Hallen für den Bedarf, den die Vereine anmelden“, sagt Möckel. Dies unterstreichen Vereinsvertreter, die am Donnerstag bei einer Wahlveranstaltung der Oberbürgermeister-Kandidatin Christa Müller-Feuerstein (SPD) über eine neue Sporthalle diskutierten.

„Will Bayreuth seinem Ruf als Sportstadt gerecht werden, dann muss die Stadt etwas für ihre Sportler tun“, sagt Jürgen Abel, Vorstandsmitglied von Haspo Bayreuth. Der Verein fordert schon länger eine neue Halle und hat dies im Oktober in einem „Brandbrief“ an Oberbürgermeister Michael Hohl verdeutlicht. Haspo könne sich nicht mehr weiterentwickeln, weil der Verein – bei aller Unterstützung der Stadt – nicht die erforderlichen Trainings- und Spielmöglichkeiten habe. Diese Situation stellt sich nicht nur den Handballern: Auch der Bayreuther Turnerschaft (BTS) fällt es schwer, den Trainingsbetrieb zu gewährleisten.

Viele Hallen seien für Sportarten wie Volleyball oder Trampolinspringen nicht geeignet, da sie zu niedrig sind. „Die Hallensituation in der Stadt muss durch eine neue Halle entlastet werden“, sagt BTS-Geschäftsführer Bernd Meier. Vor einem anderen Problem steht der Sportring Bayreuth: Fußballtrainer Martin Fraß spielt mit dem Gedanken, eine Futsal-Abteilung zu gründen. „Aber wo sollen wir trainieren und spielen?“, fragt Fraß. Der ASV Oberpreuschwitz hat auf die Misere reagiert und eine Halle der Bundespolizei angemietet. Auch die Vertreter des BSV 98 Bayreuth und des SV Bayreuth sprachen sich für den Neubau einer Sporthalle aus.

Schneller Baubeginn

Einigkeit herrscht darüber, dass die neue Halle schnell in Angriff genommen werden muss. „Die Stadt muss Prioritäten setzen“, verdeutlicht Abel. Diskussionen gibt es allerdings über die Größe der Halle. Haspo vertritt die Ansicht, dass sie für 500 bis 600 Zuschauer ausgelegt sein muss. „Diese Idee ist verlockend, aber sollten wir nicht von unten anfangen und zuerst den Trainingsbedarf abdecken?“, gibt Karsten Schieseck von der BTS zu bedenken. In diese Richtung gehen auch die Vorstellungen von Sportamtsleiter Möckel. Eine Dreifachhalle sei das Mindeste, alles darüber hinaus eine Zugabe. Außerdem gibt Möckel zu bedenken, dass für eine Halle dieser Dimension mindestens vier Millionen Euro veranschlagt werden müssen. Die Grundstückskosten fallen allerdings weg: Die neue Halle könnte neben dem Hans-Walter-Wild-Stadion auf dem Grundstück des ehemaligen BSV-Sportheims entstehen, das der Stadt gehört.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Wochenendausgabe des Kuriers.

Foto: Lammel




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