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02.02.2012, 09:27 Uhr

 

Festspielhaus: Die Substanz ist marode

Von Florian Zinnecker

BAYREUTH. Als die Zimmer im Parterre unter Wasser standen, nur weil es nachts ein bisschen gestürmt hatte, wurde Katharina Wagner klar, dass Abwarten keine Lösung ist. Das Haus, um das es geht, hat vor mehr als 100 Jahren ihr Urgroßvater gebaut. Und dies ist kein normaler Altbau, sondern ein Theater von Weltruhm: das Bayreuther Festspielhaus.

 

„Die Substanz ist marode“, sagte Wagner gestern dem Kurier. Dass der Sandstein aus der Fassade herausbröckelt und an mehreren Stellen auch Gesimse herabzufallen drohe, ist schon länger bekannt und wurde immer wieder thematisiert. Jetzt bekommt das Thema auch überregional immer größere Aufmerksamkeit

„Dass etwas nicht stimmt, sehe ich als Bau-Laie auch; mehr aber nicht“, sagt Wagner. „Also haben wir Statiker beauftragt.“ Die Untersuchungen laufen; wann das Gutachten vorliegt, ist noch nicht abzusehen. Und also auch nicht, wie ernst es wirklich ist. Sie hoffe natürlich, dass die Festspiele in diesem und dem nächsten Jahr wie geplant stattfinden könnten, sagte Wagner. „Ausschließen kann ich im Moment aber gar nichts.“

Gerüchte, dass die Subventionen des Bundes für die Festspiele auf der Streichliste des Haushaltsausschusses stünden, haben sich unterdessen nicht bestätigt. Für den Haushalt 2013 sei keine Reduzierung des Zuschusses vorgesehen, heißt es in der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Bayreuther Bundestagsabgeordneten Anette Kramme (SPD). Die Vorbereitungen für diese und die nächste Saison laufen unterdessen weiter – auch die Arbeit am Jubiläums-„Ring“ von Frank Castorf. Die Zeit drängt; die ersten Bauproben sollen im April stattfinden. „Selbst, wenn wir einen konkreten Zeitplan hätten“, sagt Festspiel-Sprecher Peter Emmerich, „wären wir vermutlich nicht mehr darin.“

Foto: Lammel




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