31.01.2012, 14:40 Uhr
OBERWARMENSTEINACH. Ärger bei der Feuerwehr: Sie soll künftig für die Benutzung gemeindlicher Immobilien 100 Euro zahlen.
Für Aufbegehren in der Feuerwehr Oberwarmensteinach sorgt die Entscheidung des Gemeinderats, für die Benutzung gemeindlicher Immobilien künftig 100 Euro zu verlangen. Kommandant Heiko Nickl verlas anlässlich der Jahresversammlung einen entsprechenden Brief ans Rathaus.
Unbezahlte Arbeit
Was den Brandschützern besonders in die Nase steigt: Ihr Gerätehaus, in das die Wehr viel eigenes Geld und vor allem unbezahlte Arbeit gesteckt hat, wird bei der Höhe der Gebühr über den gleichen Leisten geschlagen wie die Sport- und Festhalle oder das Freizeithaus.
Wenn Angehörige der Wehr eine private Feier im Gerätehaus abhalten wollen, würden nun 100 Euro fällig werden. Die Veröffentlichung des Beschlusses im Gemeindeblatt erwecke überdies den Eindruck, als könne künftig jeder für 100 Euro das Gerätehaus mieten.
Vorschlag
Die Wehr hat in ihrem Brief einen Kompromissvorschlag formuliert: Aktive und ehemalige Aktive sollen von der Gebühr ganz freigestellt werden; passive und Fördermitglieder sollen im Bereich von 25 bis 30 Euro zahlen. Für den Fall, dass die Gebühr in der beschlossenen Höhe bleibt, hätten ihm bisherige Helfer rund ums Gerätehaus bereits die Mitarbeit aufgekündigt, so Nickl.
Auch der langjährige Vorsitzende Rudi Voit zeigte wenig Verständnis für den Beschluss: „Ich kann nicht verstehen, wie der Gemeinderat so was beschließt. Ich lasse mir das Protokoll geben, ich will wissen, wer im Einzelnen wie abgestimmt hat.“
Finanzlage: schlecht
Hintergrund des Beschlusses dürfte die schlechte finanzielle Lage der Kommune sein. Neue Kredite bekommt eine hoch verschuldete Kommune üblicherweise nur genehmigt, wenn sie ihre eigenen Einnahmemöglichkeiten konsequent ausschöpft.
Mehr lesen Sie am Mittwoch im Kurier.
Symbolbild: dpa
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