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31.01.2012, 13:46 Uhr

 

Droht im kommenden Jahr eine Fliegen-Plage?

BAYREUTH. Ob mild wie noch in der vergangenen Woche, oder bitterkalt wie in diesen Tagen: Den überwinternden Mücken und Fliegen ist die Temperatur draußen reichlich egal. Schlaue Zweiflügler, die überleben wollen, sorgen vor und suchen sich ein warmes Plätzchen.

 

Kurier-Leserin Manuela Schwenk hatte mit ihrem Lebenspartner einen kleinen Disput. „Bei einem solch warmen Winter, wie wir ihn in den vergangenen Wochen hatten,bekommen wir bestimmt eine Mückenplage im Sommer“, hatte sie so dahin gesagt – und dafür einen kritischen Blick ihres Freundes geerntet. Der hatte solche Vermutungen schon mal gehört. Aber stimmt das wirklich? Glauben wollte er es nicht.

Ein Fall für die Arbeitsgruppe Wissenschaftskommunikation der Universität Bayreuth, die zusammen mit der Kurier-Redaktion Leserfragen an Forscher der Universität Bayreuth richtet und nach Antworten sucht. Kurier-Redakteur Frank Schmälzle fand mit Klaus Hofmann, Professor für Tierökologie, einen Experten für Insekten. „Viele Mücken- und Fliegenarten überwintern zum Beispiel in Kellern oder Tierställen und überstehen daher auch lange Frostperioden unbeschadet“, sagt Hofmann.

Frühes Jahr entscheidend

Entscheidend für eine Mückenplage im Sommer ist seinen Worten nach eher das Wetter im Frühjahr und Frühsommer. Denn dann beginnt die Vermehrungsphase der Mücken und Fliegen. Je feuchter, desto besser „Nach sehr trockenen Frühjahrszeiten gibt es in der Regel kaum Stechmücken und wenig Bremsen“, so Hofmann. Umgekehrt gilt auch: Nach einem feuchten Frühjahr und Frühsommer gibt es umso mehr Fliegen und Mücken.

„Kalte oder warme Winter haben auf das Überleben der meisten Insekten und damit auf Plagen im kommenden Jahr also kaum einen Einfluss“, sagt der Universitätsprofessor.

Mit Zecken hat sich Hofmann ebenfalls befasst: Die sind, was Kälte angeht, hartnäckig und frühestens ab 15 Grad minus gefährdet. In feuchtwarmen Wintern allerdings haben die Tiere das Problem, dass sich durch die Feuchtigkeit Pilzinfektionen bilden können und im Boden verpuppte Tiere oder Larven verschimmeln.

Neue Fragen willkommen

Wenn auch Sie eine Frage haben, die schonimmer mal von einem Wissenschaftler beantwortet haben wollten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an die Adresse leserfragenforscher@kurier.tmt.de

fs
Foto: Aleph/Creative Commons




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