30.01.2012, 18:14 Uhr
Von Eric Waha
BAYREUTH. Das Markgräfliche Opernhaus steckt voller Überraschungen. Trotz der vielen Untersuchungen und Dokumentationen.
In den vergangenen zwei Wochen haben die Restauratoren den Sandstein-Fußboden im Zuschauerraum freigelegt, der sich in einem erstaunlich guten Zustand präsentiert. Trotz der vielen Eingriffe in den vergangenen mehr als 260 Jahren. So, wie Wilhelmine den Boden erlebt haben dürfte, ist er aber nur für kurze Zeit zu sehen.
Mit die ersten Besucher, die sich jetzt in dem kurz vor der umfassenden Restauration stehenden Haus umsehen konnten, waren am späten Montagnachmittag die Mitglieder des Vereins Markgräfliches Bayreuth.
Der Bauforscher kommt
Am Dienstag wird der Bauforscher nach Bayreuth kommen, um „die Kartierung vorzunehmen. Wir möchten herausfinden, wofür die einzelnen Dinge gedacht waren“, sagt die Leiterin der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth und Eremitage, Christine Maget. „Wir waren, das kann man jetzt schon sagen, erstaunt, wie gut der Boden erhalten ist. Trotz der vielen Arbeiten, speziell für Heizung und Lüftung, ist er sehr wenig in Mitleidenschaft gezogen worden.“
Nur in den Randbereichen wurden, wohl in den 70er Jahren, Betonplatten verlegt, unter denen die Lüftungskanäle laufen. „Die werden wir natürlich versuchen, für die künftige Klimatisierung zu nutzen“, sagt Maget.
Glockenform wirkt
Bemerkenswert ist nach ihren Worten vor allem, dass ohne Parkett und Bestuhlung die Glockenform des Zuschauerraums des Opernhauses wesentlich besser zur Geltung kommt als mit Stühlen. „Aktuell ist der Boden auf jeden Fall in einem Zustand, wie ihn Wilhelmine gesehen haben dürfte“, sagt Maget.
Wobei: „Der Sandsteinboden war auch zu Wilhelmines Zeiten immer mit einem Bretterboden abgedeckt worden“ – wohl, damit man bei den Banketten, Tanz- und Theaterveranstaltungen besser laufen konnte.
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