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27.01.2012, 12:12 Uhr

 

DGB-Kritik: Gewerkschaften werfen Festspielen mangelnden Anstand vor

Von Stephan Herbert Fuchs

BAYREUTH. Der Vorsitzende der DGB-Region Oberfranken-Ost Jakob hat das Ende der Gewerkschaftsaufführungen scharf kritisiert.

 

Robert Günthner (links), Abteilungsleiter beim DGB-Landesbezirk, und der Vorsitzende der DGB-Region Oberfranken-Ost Jürgen Jakob. Mit scharfen Worten hat der Vorsitzende der DGB-Region Oberfranken-Ost Jakob gegen das Ende der Gewerkschaftsaufführungen bei den Bayreuther Festspielen protestiert. Foto:shf

Mit scharfen Worten hat der Vorsitzende der DGB-Region Oberfranken-Ost Jürgen Jakob gegen das Ende der Gewerkschaftsaufführungen bei den Bayreuther Festspielen protestiert. „So viel Anstand hätte seitens der Festspielleitung schon sein müssen, dass man mit uns wenigstens gesprochen hätte“, sagte Jakob beim DGB-Neujahrsempfang am Donnerstagabend in Bayreuth.

Aus wegen Bundesrechnungshofs

Wie berichtet hatten die Festspiele Ende 2011 verlautbaren lassen, dass es künftig keine Gewerkschaftsaufführungen mehr geben wird. Bislang waren bei jeweils zwei, zuletzt noch bei einer ausgesuchten Aufführung die Karten ausschließlich Mitgliedern des Deutschen Gewerkschaftsbundes vorbehalten, lange zu verbilligten, zuletzt nur noch zu regulären Preisen.

Das endgültige Aus hatte die Festspielleitung mit der Kritik des Bundesrechnungshofes begründet.

Allerdings wüssten viele nicht, dass es ohne den DGB nach dem zweiten Weltkrieg auch keine Wiederaufnahme des Festspielbetriebs auf dem Grünen Hügel gegeben hätte, sagte Jakob. Die Gewerkschaft sei damals von Wolfgang Wagner um Unterstützung gebeten worden, da die Alliierten sonst kein grünes Licht für die Festspiele gegeben hätten. „Es war der DGB, nicht die Politik, die sich damals für die Festspiele verwandt hat“, so Jakob.

Wolfgang weg, Preise hoch

Unter der Leitung Wolfgang Wagners seien die Gewerkschaftsaufführungen auch nie ein Thema gewesen, die Abmachung mit Wolfgang Wagner habe 60 Jahre lang Bestand gehabt. Kaum hatte Wolfgang Wagner die Leitung abgegeben, seien die Preise angehoben und eine der traditionellen Aufführungen gestrichen worden. ´

Nun habe die Festspielleitung auch noch die zweite Aufführung gestrichen. „So geht man nicht mit dem Vermächtnis eines Ehrenbürgers um, man hätte mit uns wenigstens einen Gesprächstermin vereinbaren können.“

Doch offensichtlich hätten die Gewerkschaften ihre Schuldigkeit getan: „Man braucht uns nicht mehr“, bedauerte Jakob und warf der Festspielleitung mangelnden Anstand vor. „In Ordnung ist das jedenfalls nicht“, so Jakob weiter.




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