BERLIN. Die Linke fordert Cannabis-Clubs, die Grünen wollen Drogenfachgeschäfte. Das Ziel: eine Entkriminalisierung der Konsumenten. Union und FDP sind empört.
Mit ihrer Forderung nach Cannabis-Clubs hat die Linke heftigen Streit ausgelöst. Hasch und Marihuana sollen durch solche Vereine legalisiert werden. "Wir wollen weg von der Verteufelung",
sagte der drogenpolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Frank Tempel, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Union und FDP wandten sich am Dienstag strikt gegen jede Legalisierung.
An diesem Mittwoch wird in einer Expertenanhörung im Bundestag über den Antrag beraten. Die Einrichtungen sollen laut Tempel ohne kommerzielles Interesse den Cannabis-Anbau für ihre
Mitglieder übernehmen. Tempel betonte, er wolle Aufklärung, Jugendschutz und Prävention voranbringen sowie den Schwarzmarkt bekämpfen. "Die kriminelle Karriere kann mit der
Kriminalisierung von Cannabis beginnen." Erlaubt sein soll der Besitz von 30 Gramm getrocknetem Cannabis.
Rund 200.000 Menschen in Deutschland haben laut Bundesregierung einen problematischen Cannabiskonsum. Millionen weitere greifen gelegentlich zu der Droge.
Union und FDP lehnen eine Legalisierung von Cannabis strikt ab. Die CDU-Abgeordnete Karin Maag sagte der dpa: "Die Möglichkeit abhängig zu werden, hat sich durch einen höheren
Wirkstoffgehalt in den vergangenen Jahren extrem erhöht."
Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer warf der Linken Verantwortungslosigkeit vor: "Eine weitere Freigabe von Rauschmitteln ist angesichts der enormen Anstrengungen, den Missbrauch von Alkohol zu
verhindern und Jugendliche zu schützen, nicht vertretbar."
Die drogenpolitische Expertin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, sagte der dpa: "Ich halte von Cannabis-Clubs überhaupt nichts."
Der Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck betonte hingegen: "Die Kriminalisierungspolitik von Drogenkonsumenten ist gescheitert." Die Grünen forderten eine legale
Abgabeform bei weichen Drogen über lizenzierte Drogenfachgeschäfte. Vor allem müsse schwerstabhängigen Drogenkonsumenten stärker geholfen werden.
dpa/Symbolbild: pa
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