24.01.2012, 09:00 Uhr
Von Joachim Braun
HOF/BAYREUTH. Der Wille auf finanzielle Hilfe für den Flughafen Hof ist in München deutlich gesunken.
Auch wenn die Betriebsgesellschaft in Hof Optimismus verbreitet und per Presseerklärung am Montag feststellte, dass der Flughafen wegen der Insolvenz von Cirrus Airlines nicht in Gefahr sei, weil er von Geschäftsleuten und deren Privatflugzeugen genutzt werde, ist der Wille auf Hilfe in München deutlich gesunken.
Intern umstritten
Wie aus Regierungskreisen verlautete, sei schon die vor einem knappen Jahr getroffene Entscheidung, die jährliche Subvention für den Regional-Flughafen von 2,2 Millionen auf 3,6 Millionen Euro anzuheben, intern umstritten gewesen. Man habe darauf gesetzt, dass die oberfränkische Wirtschaft das Signal verstehe („das war die Gelbe Karte“) und die Passagierzahlen wieder nach oben gehen.
Tatsächlich passierte das Gegenteil. 2011 nutzten nur noch 8000 Menschen die Linie Hof–Frankfurt, nach ebenfalls schon mäßigen 14.000 im Jahr davor. Eine weitere Förderung in der bisherigen Höhe sei deshalb kaum „verantwortbar“, heißt es aus der Staatsregierung. „Mit dem Geld könnten wir jeden einzelnen Passagier mit dem Taxi nach Frankfurt fahren.“ Man sei enttäuscht darüber, dass die Wirtschaft das Angebot nicht angenommen habe.
Ganz so deutlich wollte sich am Montag Finanz-Staatssekretär Franz Pschierer nicht äußern. Noch im vorigen April hatte er die Flugverbindung nach Frankfurt als „Symbol und Hoffnungsträger für die regionale Wirtschaft“ bezeichnet und war dafür von der Landtagsopposition heftig attackiert worden.
Pschierer: "Bedauerliche Entwicklung"
Heute würde er das so nicht mehr formulieren, sagte Pschierer am Montag bei einem Besuch in Bayreuth auf Anfrage unserer Zeitung. Im Gegenteil. Pschierer sprach von einer „bedauerlichen Entwicklung“ in Hof. Zum Zeitpunkt des Gesprächs war die Cirrus-Insolvenz noch nicht bekannt, Pschierer bezog sich daher auf den Rückgang der Passagierzahlen.
Ob der Freistaat nun einen neuerlichen Versuch unternehmen wird, Hof mit Millionensummen als Regional-Flughafen zu etablieren, oder die Förderung zurückfährt, ließ der Staatssekretär offen, aber: „In einer Marktwirtschaft ist es nun einmal so: Wo es keine Nachfrage gibt, da gibt es auch kein Angebot.“
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