19.01.2012, 09:54 Uhr
Von Florian Zinnecker
BAYREUTH. Die Beschwerde des Bundesrechnungshofs über die undurchsichtige Vergaberegelung für Festspielkarten hat Folgen für das Festival junger Künstler: Auch das Kartenkontingent für die Teilnehmer des Jugendfestspieltreffens 2012 ist gestrichen.
In einem Brief an Festivalintendantin Sissy Thammer begründen die Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier den Einschnitt mit dem Beschluss des Verwaltungsrates und der
Gesellschafterversammlung, ein Kartenkontingent für die Jugend- und Nachwuchsförderung einzurichten. „Nach eingehender Diskussion und reiflicher Überlegung“ habe man
beschlossen, dieses Kontingent – 1.000 Karten – komplett der Stipendienstiftung zuzusprechen.
Jährlich 300 Karten
„Wir haben vor, uns für einen kleinen Teil dieses Kontingents zu bewerben“, sagte Festivalleiterin Sissy Thammer. Seit Gründung des Festivals habe die Festspielleitung den Teilnehmern jährlich 300 Karten zur Verfügung gestellt, die diese erwerben konnten – zuletzt für 15 und 30 Euro. „Das war natürlich eine ungeheure Motivation“, sagte Thammer. „Ich habe die jungen Leute gesehen, wenn sie aus der Oper kommen – begeistert, manche richtiggehend verklärt.“
Den Schritt der Festspielleitung, das Vergabesystem zu überprüfen, halte sie hingegen für dringend nötig, sagte Thammer. „Natürlich wünsche ich mir eine
Regelung, die auch zu unseren Gunsten geht.“ Nach einer so langen Intendanz wie der von Wolfgang Wagner seien Neuerungen in diesem Punkt aber erforderlich. „Ich bin auch
Steuerzahlerin, auch von meinen Steuern wird Kultur finanziert; da darf ich eine transparente Regelung voraussetzen.“
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
| zurück | weiter |
| Singen Sie uns Ihren Lieblingssong vor! 25.05.2012 |