18.01.2012, 10:22 Uhr
BAYREUTH. Die neuen Energiesparlampen sind für Kurier-Leserin Marion Winter ein echtes Ärgernis. Warum machen es einem die Hersteller eigentlich so schwer, die Leistung der Lampen richtig einschätzen zu können? Die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftskommunikation der Universität Bayreuth ging dieser Frage für die Kurier-Serie „Leser fragen Forscher“ auf den Grund.
„So langsam schwindet mein Vorrat an gehorteten alten Glühbirnen und ich muss mich mit den neuen Lampen auseinandersetzen“, schreibt Marion Winter. „Nachdem eine Lampe ja bekanntermaßen Licht spenden soll, das den unterschiedlichen Anforderungen genügt, suche ich auf den Verpackungen verzweifelt nach mir vertrauten Watt-Angaben.“ Schlauer, so die Kurier-Leserin, wird man bei dieser Suche aber auch nicht: Falls solche Werte überhaupt erkennbar sind, erscheinen Angaben wie 20 Watt, 15 Watt, 30 Watt, 50 Watt. „Ich wüsste aber gern die entsprechenden Werte für 40, 60, 100 Watt“, so Marion Winter. Selbst Fachleute, mit denen sie gesprochen hat, sind sich nicht so ganz sicher. Sie erklären dann, dass es gar nicht auf die Wattzahl ankommt. „Und sie lesen Begriffe von der Packung ab, die ich noch nie gehört habe.“
So ganz kommt man offenbar tatsächlich nicht drum herum, sich mit den neuen Angaben anzufreunden. Das hat auch Birgit Thiess von der Arbeitsgruppe Wissenschaftskommunikation der Universität Bayreuth bei der Recherche erfahren. „Beim Umstieg auf Energiesparlampen sollte man sich von der Watt-Angabe auf Glühlampen gedanklich verabschieden, da sie nur ein indirektes Maß für die Helligkeit ist“, erklärt Gerhard Müller, Elektroniker im Zentrum für Ökologie und Umweltforschung der Uni Bayreuth. Die Wattzahl misst die elektrische Leistung, die die Lampe aufnimmt. Die Lichtausbeute einer Lampe wird auf den Verpackungen als Lichtstrom in der Einheit Lumen (lm) angegeben. Der Lichtstrom einer herkömmlichen Glühbirne beträgt etwa das Zehnfache der Leistungsaufnahme: So hat eine 40-Watt-Glühlampe einen Lichtstrom von etwa 400 Lumen. Um den gleichen Lichtstrom zu erzeugen, benötigen energiesparende Leuchtmittel je nach Technologie nur noch 8 bis 30 Watt elektrische Leistung.
Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl ist die Farbtemperatur des Leuchtkörpers, die in Kelvin (K) gemessen wird. Je niedriger die Farbtemperatur, umso gelblicher erscheint das Licht. In der Praxis unterscheidet man zwischen „warmweiß“ (2700 bis 3300 K), „neutralweiß“ (3300 bis 5500 K) und „tageslichtweiß“ (5500 bis 6500 K). Auch diese Angabe findet man meist auf der Verpackung. Gerhard Müller: „Ob man sich nun für Leuchtstoff-Energiesparlampen, Halogenlampen oder LED-Lampen entscheidet, alle haben eines gemeinsam: Sie verbrauchen deutlich weniger Energie als die Glühbirne.“
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