07.12.2011, 11:36 Uhr
BAYREUTH. Wenn bei Straßenbauarbeiten eine Geländeerhebung durchschnitten wird und Aufschlüsse entstehen, entwickeln sich abwärts verlaufende Erosionsrinnen. Auffällig ist, dass ein gleichmäßiges Muster mit einem ziemlich konstanten Abstand von Kamm zu Kamm entsteht. „Woher rührt dieser gleichmäßige Abstand von etwa 30 bis 35 Zentimetern?“, fragt Gerhard Trausch in diesem Beitrag der Kurier-Serie „Leser fragen Forscher“.
Asja Bernd, Wissenschaftsjournalistin, Studentin des Elitestudiengangs Global Change Ecology und Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Wissenschaftskommunikation, hat Privatdozent Klaus-Martin Moldenhauer vom Lehrstuhl für Geomorphologie der Universität Bayreuth nach den Hintergründen dieses Phänomens befragt. Seine Erklärung:
Wenn Regen gleichmäßig auf einen Hang fällt, sucht er sich seinen Weg nach unten. Gibt es keine Pflanzen, deren Wurzeln das Bodenmaterial festhalten, wird es vom Wasser mitgenommen. „Da sich nur unten am Hang genug Wasser sammelt, um den Boden auszuwaschen, bilden sich dort sogenannte Erosionsrinnen“, sagt Moldenhauer. Regnet es weiter, wachsen diese dann die Böschung hinauf. „Wie genau die Rinnen aussehen und wie tief sie werden, hängt von mehreren Faktoren ab“, erläutert Moldenhauer.
Neigung, Länge, Körnung
„Von der Neigung und der Länge des Hanges sowie der Körnung des Bodens.“ Ist das Material sehr feinkörnig, bilden sich schmalere Rinnen als bei grobkörnigerem. „Wenn es mehrere Stunden regnet, nimmt die Zahl der Vertiefungen ab“, so Moldenhauer. „Dann entstehen wenige sehr große Rinnen, die Wasser und Material abtransportieren und so auf Dauer den Hang abtragen.“ Dass die Rinnen grundsätzlich gleichmäßig und in einem Abstand von rund 30 Zentimetern entstehen, könne man aber so nicht sagen.
Wenn auch Sie einem Alltagsphänomen auf der Spur sind und eine Frage stellen möchten, senden Sie diese bitte per E-Mail an leserfragenforscher@kurier.tmt.de.
Foto: dpa
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