17.01.2012, 11:17 Uhr
Von Eberhard Spaeth
BASKETBALL. Eigentlich ist er ja Altstädter mit Leib und Seele. Trotzdem muss Christian Höreth aber keine Emotionen vortäuschen, wenn er bei den Heimspielen des BBC Bayreuth als Hallensprecher die Stimmung unter den Zuschauern anheizt: „Ich verstehe mich als Bayreuther Sportpatrioten.“
Deswegen braucht der Moderator von Radio Mainwelle auch kein detailliertes Konzept, um an die Aufgabe heran zu gehen: „Ich überlege mir schon, was ich sage, um die Leute vorher auf ein
Spiel einzustimmen, aber während des Spiels ist der größte Teil dann ganz spontan.“ Schließlich sehe er seine Aufgabe darin, „die Mannschaft zu
unterstützen, wenn es nicht so gut läuft“ – und das lässt sich nun mal nicht planen. „Bei einem 2:17-Zwischenstand wie gegen Berlin muss man schon das richtige
sagen, was den Nerv der Leute trifft.“ Mit dem falschen Tonfall könne man beim Publikum auch „richtig auflaufen“.
Den BBC-Anhängern stellt Höreth in dieser Hinsicht aber ein sehr gutes Zeugnis aus: „Der Kampfgeist der Spieler kommt gut an bei den Leuten. Deswegen scheint mir die Identifikation der Zuschauer mit dem Team größer als im Vorjahr. Das macht es natürlich einfacher, die Leute hochzupushen.“ Es sei spürbar, dass die Zuschauer auch ihrerseits etwas für die Mannschaft tun wollen und können: „Das ist wie eine verschworene Gemeinschaft – das Gefühl, WIR können es noch schaffen.“ „In dramatischen Spielen wie zuletzt gegen Berlin habe ich mich nicht immer völlig unter Kontrolle“, gesteht Höreth. Keinesfalls dürfe man aber „zu platt und plump“ werden: „Man muss einen gewissen Stil wahren. Wenn sich beispielsweise ein gegnerischer Spieler verletzt, dann gehört es sich, dass man ihm gute Besserung wünscht.“
Am Rande des Erlaubten
Einen gewissen Verhaltenskodex geben allerdings auch die Richtlinien der BBL vor: „Wenn der Ball über der Mittellinie ist, darf ich nichts mehr sagen, keine Musik mehr einspielen und nicht mehr stehen“, berichtet Höreth und schmunzelt: „Ich stehe da in ständigem Kontakt mit dem Kommissar.“ Hinweise auf diese Regeln erfolgten von den Liga-Vertretern aber „immer väterlich und augenzwinkernd“. Insgesamt erfahre er überwiegend positive Resonanz: „Nach dem letzten Spiel haben sich Danny Gibson, Osvaldo Jeanty und Simon Schmitz sogar ausdrücklich bei mir bedankt – das hatte ich noch nie erlebt.“ Sogar von Schiedsrichtern komme hin und wieder ein Lob, von den Gegnern dagegen eher selten: „Da sagt auch schon mal der eine oder andere Trainer: Fuck you!“
Den kompletten Artikel lesen Sie in der Printausgabe des Nordbayerischen Kuriers.
Foto: Arth
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