Freitag 25.05.2012, 16:43 Uhr
E-Mail: Passwort:



16.01.2012, 19:23 Uhr

 

Betrug mit Reimporten von nicht existierenden Autos

Von Manfred Scherer

BAYREUTH/PEGNITZ/PLECH. Er verkaufte Autos, die nie geliefert wurden. Seit Montag steht ein 44-jähriger Mann als Serienbetrüger angeklagt vor dem Landgericht Bayreuth. Der Angeklagte, der zuletzt in Plech wohnte, sitzt seit Mai 2011 im Untersuchungsgefängnis und behauptet, er sei selbst betrogen worden – vom großen Unbekannten.

 

Vier Anklageschriften hat das Gericht gegen den Mann zugelassen – der Fall, der dem schwersten Vorwurf zugrunde liegt, wurde in einem Wirtshaus in Plech ausgebrütet: Der 44-Jährige brüstete sich über Mundpropaganda als Autohändler mit Kontakten in die USA. Von dort könne er bestimmte, auf dem Markt besonders begehrte Autos, besorgen und zu wesentlich günstigeren Preisen reimportieren.

Dies war nach Überzeugung der Anklagebehörde nur ein Köder: Tatsächlich bissen im Frühjahr 2009 zwei junge Männer an. Ein heute 28-Jähriger schloss einen Kaufvertrag für einen vier Monate alten Audi A 4 mit einer Laufleistung von rund 12.000 Kilometer. Kostenpunkt: 24.500 Euro. Die Sicherung des Schnäppchens für den Käufer sollte über eine Anzahlung von 10.000 Euro erfolgen. Der Käufer sah nie ein Auto. Als Zeuge im Gericht sagte er am Montag: „Es hat nie ein Auto gegeben, nur Vertröstungen.“

Über das Warten auf den Audi ließ sich der 28-Jährige gar eine zweite Summe von 10.000 Euro aus dem Kreuz leiern: Das Geld diente als Darlehen für einen supergünstigen Autokauf, den der Angeklagte abwickelte. Für das zweimonatige Darlehen versprach der Angeklagte dem 28-Jährigen eine Rendite von mehr als 3.000 Euro.Wenig später knöpfte der Angeklagte einem Freund des ersten Opfers mit derselben Masche – und dem selbem Wunschauto Audi A 4 – 12.000 Euro Anzahlung ab.

Die so um 32.000 Euro betrogenen Zeugen berichtete, es habe einige Zeit gedauert, bis ihnen klargeworden sei, dass sie übers Ohr gehauen wurden: „Täglich kam eine neue Ausrede per SMS auf mein Handy“, sagte einer.

Wesentliches Kriterium für den Vorwurf des Betruges ist das Vorspiegeln falscher Tatsachen, um damit einen finanziellen Vorteil zu erlangen. Der Angeklagte bestritt den Betrugsvorwurf, indem er behauptete, die in der Anklage genannten falschen Tatsachen seien Wirklichkeit: Er habe tatsächlich für einen griechischen Autohändler als Vermittler gearbeitet. Der habe über die guten Kontakte in die USA verfügt.

Der Name des Griechen kam erst spät ins Spiel, weil der Angeklagte untergetaucht war – angeblich hatte er auf eigene Faust nach dem Griechen gesucht. Das Betrugsdezernat der Bayreuther Kripo zapfte alle verfügbaren Melderegister und Computerdateien an – der Grieche existiert ebenso wenig wie die versprochenen Autos.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Symbolbild: pa




Artikel posten

Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Favit Bookmark bei: Linksilo Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Reddit Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: diigo Bookmark bei: Technorati Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Shortnews Bookmark bei: Google Bookmark bei: Facebook mit Twitter versenden




Kommentare

Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.


mehr zum Thema
zurück   weiter


KURIER-NEWSTICKER
KURIER-TV
SONDERTHEMEN

Ankommen in Bayreuth

Kurioses

Aus der Schatz-Truhe

Kurier-Eurotrainer

Leser fragen Forscher

BT24 - Die Region von A-Z
null
null
null
BAYERISCHER RUNDFUNK
Rundschau News
BayernwetterVerkehr in Bayern

 




MONEYSPECIAL
Facebook - Twitter - Mobil
DIGITALE BEILAGEN
Modernisieren 2011 Maisels FunRun Kinder-Kurier 05 Biergartenpass 2012 Ku-Leserreisen FZ Baumagazin 2012 Kurier Card BRK Jahrbuch 2010 Bauen und Wohnen Kurier-Baumesse Tschakka-Bay Kurier Card Ratgeber Gesundheit FZ Baumagazin 211 Wonneproppen 2011 Kurier Shop 2011 Weihnachtliches BT Wirtschaft 10 2011 Weihnachtliches BT Ausbildungsmesse in Bayreuth 6.City-Autosalon Pegnitz Ratgeber Gesundheit Service-König 2011 Heimat-Kurier Heimat-Kurier Kurier Shop Bauen u.Wohnen 2011 BBC-Magazin Umwelt u. Energie
Moderni- sieren 05-2012
Maisels FunRun 2012
Kinder-Ku 05-2012
Biergarten- pass 2012
Ku-Leser- reisen 04-2012
FZ Bau- magazin 2012
Ku-Card 03-2012
BRK Jahr- buch 2011
Bauen u. Wohnen 02-2012
Kurier-Baumesse 02-2012
Tschakka- Bay
Genießer- pass 2012
Ratgeber Gesundh. 2012
Faszina- tion 3D 2011
Wonne- proppen 2011
Kurier Shop 2011
Weihnachtl. Bayreuth 2011
Wirtschaft 10-2011
Ortsport. Bindlach 2011
Ausbildungsmesse in Bayreuth
Autosalon Pegnitz 2011
Top-Arbeit- geber
Service- König 2011
VG Mistelbach 05-2011
Heimat-Ku 02-2011
Kurier Shop
Baumesse 2011
BBC- Magazin 2010
Umwelt u. Energie
UMFRAGE

Nach dem Brand des Kristallbades in Fichtelberg wurden schnell Stimmen laut, dass ein neues Bad gebaut werden soll. FInden Sie, dass Fichtelberg ein Schwimmbad braucht?

Klar. So ein Bad gehört einfach in eine Tourismusgegend wie das Fichtelgebirge!
Quatsch. So ein Bad macht nur Minus. Das braucht kein Mensch!
Mir ist es vollkommen egal, was in Fichtelberg passiert!
Info
Medienführerschein
1
KINO-NEWS

WEITERE ONLINEPORTALE

zum Seitenanfang
www.bayreuth.de | www.festspiele.de | www.bt24.de