13.01.2012, 10:49 Uhr
Von Frauke Engelbrecht
PEGNITZ. Die Polizei in Pegnitz gibt Entwarnung: Bei dem jungen Mann, der in den vergangenen Tagen mehrere zwölfjährige Jungen angesprochen hatte, konnte ermittelt werden. Ein Straftatverdacht konnte aber bisher nicht festgestellt werden.
Wie der Pegnitzer Polizeichef Roland Schmitt auf Kurier-Nachfrage gestern bestätigte, ergaben Gespräche mit Zeugen auch keinen sexuellen Hintergrund. Ebenso wenig liegen gegen den
29-Jährigen aus Baden-Württemberg bisher irgendwelche anderen Ermittlungen vor. Persönlich mit dem jungen Mann, der in einem gelben VW Golf mit Stuttgarter Kennzeichen unterwegs
war, konnte man aber bislang nicht sprechen. Schmitt vermutet, dass er die Stadt bereits wieder verlassen hat.
Bereits am Dienstag hatte der 29-Jährige in der Pegnitzer Mühlbachstraße zwei zwölfjährige Jungen angesprochen und sich mit ihnen über ein Internet-Onlinespiel unterhalten. In diesem Zusammenhang äußerte er, dass er bei diesem sogenannten Strategiespiel mit einem Mitspieler aus Pegnitz in Kontakt war, den er nun kennenlernen wollte. Die beiden Buben erzählten ihrer Mutter von der Begegnung, die sich daraufhin an die Polizei und an den Kurier wandte.
Personenbeschreibung
Am Mittwoch sprach der junge Mann dann vor der Realschule wiederum einen Jungen an. Dessen Mutter beobachtete den Vorfall und ging dazwischen. Der 29-Jährige erklärte, dass er die
Internetbekanntschaft kontaktieren wollte. Die Mutter wies den Mann darauf hin, dass sein Verhalten die Kinder ängstigte, woraufhin der Baden-Württemberger wegfuhr.
Die Mutter informierte ebenfalls die Polizei und konnte das Autokennzeichen und den Fahrzeugtyp sowie eine Personenbeschreibung des Mannes weitergeben. Wie Schmitt weiter mitteilte, hatten einige
„Schlüsselwörter“ zu der Verunsicherung bei den Kindern geführt. So habe man sich über Schulnoten unterhalten und der Mann habe sich nach den „oralen“
Noten erkundigt. „Das sind im Jargon die mündlichen Noten“, erklärte der Polizeichef. Außerdem habe sich der Mann auf die Straße gesetzt und dabei seine Jacke
untergelegt, um sich nicht die Hoden zu erkälten. Auch diese Äußerung hatte bei den Jungen zu erheblichen Irritationen geführt.
Wie Schmitt außerdem informiert, habe man mit der zuständigen Polizeidienststelle in Baden-Württemberg Kontakt aufgenommen. Diese wird nun versuchen, mit dem 29-Jährigen ins Gespräch zu kommen und ihm die Problematik seiner Vorgehensweise nachdrücklich zu erläutern.
Spiel ab 18 Jahre
Eindringlich appelliert Schmitt im Zusammenhang mit dem Vorfall auch an die Eltern, genauer darauf zu achten, was ihre Kinder im Internet machen. „Viele gehen da immer noch zu naiv mit um“, warnte er. Sehr bedenklich sei auch, dass das Spiel eigentlich erst ab 18 Jahren freigegeben war. Sollten nun jüngere Kinder mit dem Wissen ihrer Eltern so ein Spiel nutzen, könnte das eventuell sogar einen Verstoß gegen das Jugendöffentlichkeitsgesetz darstellen.
Symbolbild: pa
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
| zurück | weiter |
| Singen Sie uns Ihren Lieblingssong vor! 25.05.2012 |