11.01.2012, 16:52 Uhr
Von Katja Paczynski Die Band Waste aus Bayreuth beschreibt auf einer Internetseite ihre Musik als „Funky Rock, der so was von zum Tanzbeinschwingen einlädt, my lovely man!“ Kommenden Freitag und Samstag findet das von den vier Jungs organisierte Festival „Keepin It Alive“ im Kommunalen Jugendzentrum (Komm) zum ersten Mal an zwei Tagen statt.
Waste haben für das Wochenende neun Bands eingeladen: Artischoque, Remedy, Capote und Guest of Shally aus Bayreuth, Sound Organic Matter aus Nürnberg, Schwester Minimal aus Würzburg, Café Jazz aus Dresden, Takk aus Bamberg und El Rancho aus München.
Mit Café Jazz ist es ihnen gelungen, ihren unmittelbaren Nachfolger als Emergenza Deutschlandsieger einzuladen. Das Emergenza ist ein seit 1992 bestehendes internationales Nachwuchsfestival, welches in Turnierform ausgetragen wird. Die Pop-Funk-Formation Café Jazz belegte im Weltfinale auf dem Taubertal-Festival 2011 den siebten Platz – genau wie Waste 2010. Einen deutschlandweiten Namen konnten sie sich darüber hinaus bereits als Support zum Beispiel von Silbermond machen.
Neben dem Sänger und Songwriter Capote, der nach mehrmonatiger Livepause wieder auf der Bühne steht, ist die Bayreuther Musikszene auch durch Guest of Shally vertreten, die sich für ihre bevorstehende R.I.O.-Tour warmspielen. Mit dabei sind außerdem die Jungs von Remedy und das Münchner Duo El Rancho, das nach Auftritten im Glashaus und auf diversen Festivals in der Region ebenfalls vielen bekannt sein dürfte.
Am Anfang war die Idee
Spaß steht bei den Bandmitgliedern von Waste im Vordergrund. Musik machen und leben, das ist ihnen wichtiger als kommerzieller Erfolg. Vor zwei Jahren gründeten die vier das „Keepin It Alive“-Festival: „Die Bayreuther Musikszene lag am Boden“, so Christopher Horn, Gitarrist der Band. Generell gebe es in Bayreuth für junge Nachwuchsbands wenig Auftrittsmöglichkeiten, aber vor ein paar Jahren sei alles weggebrochen: „Die Schokofabrik fiel weg, das Kommunale Jugendzentrum hatte geschlossen und das Podium wechselte seinen Besitzer“, so Christopher. Das Problem der mangelnden Locations ergebe einen Teufelskreis: „Wenn man keine Chance hat, die Bands live zu sehen, dann verlieren die Leute auch das Interesse an Livemusik.“ Und das habe dann wiederum zur Folge, dass auch die Bands weniger Lust hätten, aufzutreten und sich zu engagieren. Waste hatten eine Idee: Warum gründet man eigentlich nicht selbst ein Festival und bietet den Nachwuchsbands damit wieder eine Möglichkeit, sich zu präsentieren? Kaum gedacht, schon wurden die Ärmel hochgekrempelt. Da die Jungs zu diesem Zeitpunkt schon einige Jährchen Erfahrung auf dem Musikerbuckel hatten (die Band gründete sich 2004), waren natürlich auch die nötigen Kontakte vorhanden, um das Projekt zu finanzieren. „Außerdem machen wir so viel wir können selbst“, erklärt Christopher. Sie drucken und hängen Plakate auf und kümmern sich um die Flyer und deren Verbreitung. Auch die Freunde der vier sind nicht davor gefeit, mit eingespannt zu werden: „Sie helfen uns, wo sie nur können.“ Alles natürlich ehrenamtlich.
Überraschender Erfolg
Die Idee, das Festival zu gründen, erwies sich als eine gute. „Wir haben uns damals zwar dahin gehend geäußert, dass die Bayreuther Musikszene am Boden liegt – das Publikum hat uns aber Lügen gestraft“, so Christopher. Das Festival war bisher immer sehr gut besucht. Das hat dazu geführt, dass sie es in diesem Jahr zum ersten Mal auf zwei Tage ausgedehnt haben. „Wir sehen in der Bayreuther Musikszene mittlerweile eigentlich wieder einen positiven Trend. Der Tiefpunkt war wohl tatsächlich vor zwei Jahren.“ Am kommenden Wochenende haben Waste zwei neue Songs im Angebot: „Die lassen sich in keine Schublade pressen.“ Weshalb, das verrät Christopher noch nicht – das soll eine Überraschung sein. Nur so viel: Es sind verschiedene Musikstile in die Songs eingeflossen. Zum Beispiel Polka. Die neuen Einflüsse wollen die Bandmitglieder auch auf der Bühne entsprechend umsetzen. Ob die Jungs dann Polka tanzen? Wir werden es sehen ...
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