10.01.2012, 17:21 Uhr
Von Peter Engelbrecht
BAYREUTH. „Egal was kommt, der Wert bleibt erhalten.“ Die Finanzkrise treibt immer mehr Menschen zum Kauf von Grund und Boden.
Die Preise für Waldflächen sind in den vergangenen Jahren gestiegen, entscheidend sind Lage und Bestand. Durchschnittlich kostet ein Hektar Wald im Landkreis Bayreuth 10.000 Euro – erst ab etwa 100 Hektar ist er wirtschaftlich.
Wald gefragtes Investment
„Wald ist gesucht und ein gefragtes Investment.“ Das sagt ein Handwerker aus Speichersdorf, der nach ein bis zwei Hektar Ausschau hält. Er will mit Holz sein Haus heizen und sucht zudem eine sichere Geldanlage. „Man weiß nicht, was beim Euro noch kommt“, meint er, „aber der Wald bleibt.“
„Die Nachfrage ist größer als vor fünf Jahren“, weiß ein anderer Waldbesitzer, der je nach Gelegenheit Flächen kauft oder auch verkauft. „Sachwerte sind gefragt. Das hängt mit der Euro-Unsicherheit zusammen“, sagt der Experte. Die Preise pro Hektar schwanken je nach Bodenwert und Baumart zwischen 10.000 und 25.000 Euro pro Hektar, lauten seine Schätzungen.
Die Erben verkaufen
Eine etwas stärkere Nachfrage nach Wald sieht auch der Kreisobmann des Bauernverbandes, Karl Lappe. „Wir haben die Zeit der Erben, da gibt es mehr Verkäufe“, sagt er. Zudem erziele Holz derzeit einen guten Preis. Die Spanne reicht seiner Auffassung nach von 5000 bis 12.000 Euro pro Hektar.
Auch Ackerland scheint gefragt. Die Preise für landwirtschaftliche Nutzflächen im Landkreis sind nach Angaben des Landratsamtes Bayreuth zwischen 2007/08 und 2009/10 um durchschnittlich drei Prozent gestiegen. Die Zahl der Verkäufe stieg in diesem Zeitraum um satte 16 Prozent auf insgesamt 471. Der Durchschnittspreis pro Hektar beträgt rund 10.200 Euro, sagt die Statistik.
Bezug verloren
„Land wird angeboten, die Nachfrage ist da“, sagt ein Landwirt aus dem Landkreis, der Flächen sucht. Auch er spricht von einem Generationenwechsel, die Nachfolger hätten keinen Bezug mehr zu den Äckern und Wiesen und entschlössen sich zum Verkauf.
Von einem Run auf landwirtschaftliche Flächen will Ernst Heidrich nicht sprechen, bei den Käufen handle es sich um Einzelfälle. „Für finanzkräftige Investoren von außerhalb sind unsere Flächen im Landkreis viel zu klein“, sagt der Chef des Amtes für Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth.
Keine Namen
Übrigens: Keiner der potenziellen Käufer wollte seinen Namen in der Zeitung lesen. Offenbar fürchten sie Neid und Missgunst.
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