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06.01.2012, 14:31 Uhr

 

Oktoberfest-Anschlag soll verfilmt werden

MÜNCHEN. Der Terroranschlag auf das Münchner Oktoberfest von 1980, bei dem 13 Menschen starben und 200 verletzt wurden, soll für das Kino verfilmt werden.

 

Die Münchner Produktionsfirma Dreamtool hat die Rechte an dem Buch "Die Oktoberfest-Bombe" gekauft. Produzent Stefan Raiser bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Freitag einen entsprechenden Vorab-Bericht des "Focus".

Der Autor des Buches, Tobias von Heymann, bezweifelt nach Angaben des Magazins, dass ein rechtsextremistischer Einzeltäter den Anschlag begangen hat. Produzent Raiser sieht in dem Stoff ein "erschreckendes Beispiel staatlichen Versagens, das aktueller nicht sein könnte", wie der "Focus" berichtet.

Viele Ungereimtheiten

Vor einigen Jahren habe er eine Münchner Familie kennengelernt, die selbst bei dem Anschlag verletzt wurde, sagte Raiser der dpa. Das habe den Ausschlag für ihn gegeben, sich mit dem Thema zu befassen. Im Laufe seiner Recherche sei er auf viele Ungereimtheiten gestoßen. "Meine Generation hat es politisch nicht so auf der Pfanne, was da los war." Durch die jüngsten Enthüllungen über den "braunen Sumpf" habe die Geschichte eine "traurige Aktualität" bekommen, betonte er. Die Dreharbeiten beginnen im Frühjahr 2013. Regie sollen Claudia Prietzel und Peter Henning führen.

Nach Bekanntwerden der Neonazi-Mordserie der Zwickauer Terrorzelle sind in München in der jüngsten Vergangenheit Stimmen laut geworden, die eine Neuaufnahme der Ermittlungen zum Wiesn-Attentat fordern. Der Stadtrat stimmte Ende November einem entsprechenden Antrag einstimmig zu und auch aus dem bayerischen Landtag gibt es entsprechende Forderungen nach neuen Ermittlungen. Die Annahme: Der 21 Jahre alte Geologie-Student Gundolf Köhler, ein früherer Anhänger der dann verbotenen rechtsextremistischen "Wehrsportgruppe Hoffmann", der selbst bei dem Anschlag starb, sei voreilig als frustrierter Einzeltäter abgestempelt worden. Die Bundesanwaltschaft lehnt die Forderungen nach neuen Ermittlungen mit dem Hinweis auf fehlende neue Erkenntnisse bislang ab.

dpa/Foto: pa



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