05.01.2012, 16:36 Uhr
Von Udo Bartsch
BAYREUTH. Als Herbert Haberzeth und Peter Platzer Anfang Januar vor 30 Jahren mit ihrem Hilfstransport nach Polen unter Kriegsrecht fuhren, hatten sie etwas anderes erwartet. Soldaten mit Maschinengewehren lauerten damals hinter Sandsäcken, die Mündungen ihrer Waffen ins Landesinnere gerichtet.
Peter Platzer will sogar russische Soldaten hinter den Maschinengewehren entdeckt haben. Polen im Ausnahmezustand. Nach der Ausrufung des Kriegsrechts Mitte Dezember verschärfte sich die Lage für die Helfer aus Bayreuth weiter. Pakete öffnen vor den Augen von Soldaten. Die Grenzkontrolle war nun von tiefem Misstrauen geprägt. Militärs und Zöllner stießen sich offenbar am Zielort des Transports, der ins schlesische Lauban rollte. Heute ist Platzer klar, warum: In Lauban war damals die zweitgrößte Solidarnozc-Gruppe Schlesiens entstanden. Mehr Mitglieder hatte die aufbegehrende Gewerkschaft nur in Breslau.
Finanzierung durch Spendenaktion
Rückblick: Die Not der Polen vor 30 Jahren bewegte viele Menschen in Deutschland. In Bayreuth entschlossen sich Herbert Haberzeth, Siegbert Keiling und Peter Platzer zu helfen. Im Sommer
1981 begannen sie, eine Spendenaktion und einen Hilfstransport zu organisieren. Was daraus entstehen sollte, konnten sich die Helfer gar nicht vorstellen. Es waren überwiegend
humanitäre Gründe, die den Spediteur Herbert Haberzeth dazu brachten, seinen Lastzug für den Hilfstransport einzusetzen. „Wir sahen die Berichte aus Polen und da sagte ich zu
meiner Frau, dass ich einen Hilfstransport mache“, erinnert sich Haberzeth heute. Er und seine Ehefrau, die aus Beuthen stammt, fürchteten damals den kalten Winter.
Im Kurier lesen Sie am Samstag eine komplette Seite zum Thema "Hilfe für Polen vor 30 Jahren".
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